Wie kann ein so kleiner Hund…

Veröffentlicht: 1. August 2010 in Gedanken

…sich so wahnsinnig breit machen?

Jede Nacht wieder falle ich auf diese unsagbar lieben Augen herein. Jule, mein 15 Wochen alter Welpe, sitzt mit schief liegendem Kopf und großen Augen vor mir, so dass sie mir für den Bruchteil einer Sekunde wie ein nachtaktives Tier auf Extasy und Kuschelkurs vorkommt.

Wie immer versuche ich ihr plausibel klar zu machen (schon an dieser Stelle wird klar, dass ich für den Versuch eigentlich schon  weggesperrt gehöre), dass auch ich diese Nacht ein wenig von der Decke und vor allem vom Bett brauche.

Jule erkennt den Ernst der Lage und fährt härtere Geschütze auf. Sie legt sich mit einem filmreifen Seufzer a lá Greta Garbo direkt vor meine Nase, so dass mir ihr unverwechselbar charmanter Welpengeruch direkt in Nase und Schuldgefühl weht. Unnötig zu sagen, dass sie dabei ihre Zuckerpfote gekonnt ungewollte auf meiner Wange platziert.

Es kommt wie gewohnt. Mit vielen Worten und Gesten, die Jule mit einem gelangweilten Gähnen kommentiert, erkläre ich ihr, dass sie mit im Bett schlafen kann, wenn sie mich nicht wieder im unteren 136-tel des Bettes schlafen lässt. Ein Hundeblick von ihr, von dem ich mir nicht sicher bin, ob er sagen soll: natürlich, Daniela, ich würde dich doch nie frierend auf dem Bettgestell schlafen lassen, oder: wir wissen beide, dass ich schlussendlich doch meinen Willen bekommen werde, und ich räume meine Bastion unter der Bettdecke und registriere, wie sich ihr kleiner warmer Körper an den meinen kuschelt.

2:14h

Es ist kalt. Erstaunlich kalt für Mitte Juli. Kein Wunder. Die Bettdecke wurde gänzlich von Jule okkupiert und die unbequeme Schlafposition liegt eindeutig an dem Ort, auf dem sie stattfindet.

Kurz bevor ich lospoltere schaue ich zur Seite und entdecke das kleine, zufriedene Gesichtchen, das mir wohlig grinsend eine Ahnung von wunderschönen Welpen-Träumen vermittelt.

Hm, na gut. Grummelnd, jedoch darauf achtend die Dame des Bettes, die so zuckersüß Vögel im Schlaf jagt, nicht zu wecken, drehe ich mich zur Seite und mache es mir auf dem Nachtschrank gemütlich.

Was man nicht alles für seinen Hund tut…

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Kommentare
  1. Judith sagt:

    super!!!

    noch hast du den Nachtschrank… warte mal den Moment ab, wenn du dich wohlig eingekuschelt in der Hundedecke im Kennel wieder findest… du glaubst da passt du nicht rein… Jule macht liebevoll das Gitter zu…

  2. Erich sagt:

    wie wärs mit einer palette bettdecken neben dir wenn jule mal wieder ne decke für sich beansprucht nimmst du eben die nächste.
    nach etwa 10 decken wird sie irgendwann genug haben.
    naja vielleicht wird jule auch noch mehr für den winter horten.
    ach ja…
    dann kannste auch den erbsen-test machen
    wenn sie es merkt dann hast du eine wahre prinzessin neben dir.

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