Liebeserklärung an N.

Veröffentlicht: 2. August 2010 in Gedanken

Leise spüre ich deinen warmen Atem über das Kopfkissen gleiten. Du, mein kleiner, müder Schatz hast heute im Freizeitpark alles gegeben. Hast mich in zig verschiedene Achterbahnen geschleppt und dich kaputt gelacht, wenn ich kreidebleich und an Körper und Seele verwundet wieder herausstolperte. Noch immer klingt mir dein glockenhelles Lachen in den Ohren. Ich bezweifle, dass es ein schöneres, erstrebenswerteres Geräusch gibt, als dein anbetungswürdiges Kichern…

In etlichen Karussells und Themenfahrgeschäften hast du mir mit großen Gesten von Erlebnissen deiner Freunde und dir erzählt, doch ich könnte keines davon wiedergeben, denn noch immer ist mir dein Glänzen in den Augen, deine Begeisterung und dein Enthusiuasmus allgegenwärtig, fesselt mich und lässt mich hinterfragen, wieso ich dieses infantile Glücklichsein vergessen und verlernt habe.

Wie schnell nur bist du so groß, so „alt“ geworden? Ich könnte schwören, dass es erst gestern war, als ich dich das erste Mal im Arm hielt. Ich sehe noch immer deine Augen, die mich eine Zehntelsekunde anvisieren, nur um dann in einem gekonnten Mezzoforte die halbe Nachbarschaft zusammen zu brüllen.

Ich weiß noch, als wäre es gestern gewesen, als du in mein Bett krabbeltest, deinen Kopf an meinen Hals kuscheltest und ein müdes: „Ich hab dich lieb, Teta.“ murmeltest…

Es scheint, als wäre es erst heute morgen gewesen, wie wir Körbe werfend, Skateboard fahrend und Wii spielend nicht mehr in die aufrechte Position zurückfinden, weil wir uns vor Lachen kringelten…

Das alles scheint nun sehr weit weg. Ich liege neben dir, lausche deinem ruhigen, gleichmäßigen Atem und betrachte dein wunderschönes, sanftes Gesichtchen. Mir ist klar, dass sich das schneller verändern wird, als mir lieb ist. Bald schon wird sich der Ansatz eines Bartes abzeichnen, deine lieben, unendlich zärtlichen Züge werden markanter und dein helles Stimmchen wird zu einem wohlklingenden Bariton.

Doch für mich wirst du immer mein Lieblingsmann bleiben. Ich bin jetzt schon stolz, auf all die Dinge, die du erschaffen, und Geheimnisse, die du ergründen wirst. Es gibt nichts, dass mich jemals von dir fernhalten kann. Solange diese Welt sich dreht, bin ich der Mensch, der deinen Rücken hat, dir selbigen frei hält und alles Menschenmögliche tun wird, damit es dir niemals an irgendetwas fehlen wird.

Schlaf schön weiter, mein kleiner Prinz. Ich werde dich, wie ich es die letzten 10 Jahre getan habe, vor allem beschützen. Ruh dich aus, wir haben noch viel zusammen vor. Aber nun beende ich den ersten Tag unseres gemeinsamen Wochenendes.

Vorsichtig kuschle ich mich an dich, nehme dich in meinen Arm, küsse dich für diesen Tag zum letzten Mal und stimme zufrieden mit der Welt, aber vor allem mit dir und mir, in deinen ruhigen Atemrhythmus ein.

Ich liebe dich, mein heißgeliebter Zuckerneffe!

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Kommentare
  1. Coralynn sagt:

    Wunderschön geschrieben, sehr rührend. 🙂

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