Ampel-Kamikaze

Veröffentlicht: 5. August 2010 in Unmögliche Situationen

Ist euch schon mal aufgefallen, dass Ampeln immer dann rot sind und vor allem bleiben, wenn wir es eilig haben??? Ich meine nicht: sie sind oft rot. Ich meine nicht: es häuft sich. Ich meine auch nicht: es kommt schon mal vor…

Was ich meine ist ein ganz klares, zum Himmel vor Ungerechtigkeit schreiendes: SIE SIND VERDAMMT NOCHMAL IMMER DANN ROT, WENN ICH EH SCHON 10 MINUTEN ZU SPÄT DRAN BIN!!!!!

Eine solche Situation sieht dann wie folgt aus: der vereinbarte Treff sollte um 15h stattfinden. Die Eintragungen im Logbuch:

15:02h – MIST, zu spät! Jetzt aber mal schnell los. Schuhe anziehen, Jule anleinen und ab.

15:04h – Jule davon überzeugen, dass ich es tatsächlich ernst meine, wenn ich sage: „Jetzt komm, Hund!“

15:11h – Jule mit Leckerli bestochen. Sprint zum Auto.

15:12h – Die erste Ampel. Oh Wunder, sie ist rot.

15:14h – Überlege kurz, ob ich die hinter mir liegende Drecksampel einfach umfahren sollte auf dem Rückweg. Verdient hätte sie es.

15:15h – Die zweite Ampel. Sie springt natürlich in der Nanosekunde auf Rot um, in der ich mit gefühlten 280 Sachen auf die Kreuzung zuknalle. Mache die Musik leiser. Kommt da nicht von irgendwo her ein höhnisches Lachen???

15:16h – Aaaaaaaaaaaaaah, die Ampel ist grün, aber der vor mir „fahrende“, sicher schon 700 Jahre alte Mann in seinem Opel Ascona hat den Motor abgewürgt und versucht ihn neu zu starten. Unnötig zu erwähnen, dass die Ampel schon wieder umspringt, als es ihm endlich gelingt. Ruhig, Daniela, ein Ritualmord bringt dich jetzt auch nicht weiter!!!

15:18h – Ampel grün, aber diese Nase von Opel-Methusalem schleicht vor mir her. Seine Religion scheint eine Geschwindigkeit ÜBER 12 Std/km zu verbieten. Ich spüre den Puls in meiner Halsschlagader anschwellen. „Es ist moralisch verwerflich alte Menschen zu schlagen“ bete ich in einem Endlos-Mantra vor mir her.

15:22h – Geschafft. In der Stadt. Die Schlange vor dem Parkhaus lässt mich kurz hysterisch loskichern.

15:24h – Die beiden beknackten Tanten Marke „in den Schminktopf gefallen und dabei den Führerschein verloren“ raffen nicht, dass sie das Parkticket ziehen können. Als ich freundlich und rücksichtsvoll ein „JETZT SEHT MAL ZU, VERDAMMT!“ aus dem Fenster brülle, wuchtet die Fahrerin ihren sicher an die 40 Pfund schweren Arm aus dem Fenster, nur um Sekunden später festzustellen, dass sie nicht an den Automaten kommt. Seien wir ehrlich: wenn ich jetzt rübergehe und ihr den blöden Wackeldackel von der Rücksitzarmatur in ihr Nasenloch prengel, wird mich kein Gericht der Welt dafür verurteilen, sondern mich für einen Preis des „Entledige dich nerviger Mitmenschen“-Komitees vorschlagen.

15:27h – Moby Dick hat es geschafft die Tiefgarage zu befahren. Jetzt aber schnell zum Treffpunkt.

15:33h – Komisch keiner mehr da. Wie unhöflich!!! Kopfschüttelnd sehe ich runter zu meinem Hund und meine auch bei ihr ein genervtes Lefzenzucken zu entdecken. Kein Verlass mehr auf die Menschen. Dabei hassen wir Unpünktlichkeit doch wie die Pest. „Das ist das letzte Mal, dass ich mich mit XY getroffen habe“, beschließe ich empört und gehe zum Auto. Und dafür habe ich mich sooo beeilt…

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Kommentare
  1. Jana K. sagt:

    Haha … da hast du den Nagel auf dem Kopf getroffen. Ich kenne diese Sitationen nur zu gut. Nur, dass nicht ein Hundi, sondern mein Töchterchen an solchen Momenten teilnimmt 😉

  2. Lea Korte sagt:

    Kommt mir auch bekannt vor, ja! 😉

  3. Robert Eben sagt:

    Diese dummen Parkticket-Automaten sind aber für den gemeinen Autofahrer, der aus Angst um seinen linken Außenspiegel generell 2 m Abstand dazu lässt, einfach zu weit weg!

    12 km/h fahrende Mitmenschen, ja, die gibt es (man findet sie auch oft auf der linken Spur von Autobahnen, wenn sie 2 LKW überholen, die nur 500 m auseinander sind und zwischen die man nicht wieder einscheren kann…). Andererseits: Sie kennen doch sicherlich eine 30er Zone, bestimmt gibt es auch in der Nähe zu Ihrem Wohnort eine. Ich wohne in einer solchen und auch im Umkreis gibt es noch ein paar weitere. Wenn Sie demnächst einmal etwas erleben wollen, begeben Sie sich in eine solche 30er Zone und fahren, sagen wir Tacho 37. Es wird keine 2 Sekunden dauern, dann haben Sie einen wild gestikulierenden Autofahrer im Nacken. Öffnen Sie vielleicht zuvor schon die Kofferraumklappe, dann kann er besser hineinfahren! Sollte es sich so ergeben, dass kein Gegenverkehr kommt, kann es auch passieren, dass sie dieser Fahrer (im allgemeinen ein ruhiger Zeitgenosse, wahrscheinlich Buchhalter bei der Caritas, aber in seinem Auto wird er zu Rambo) überholt. Eventuell demonstriert er Ihnen dabei auch noch, dass seine Hupe funktionstüchtig ist. Natürlich können Sie sich auch an die Straße stellen und einmal schätzen, wie schnell die Fahrzeuge fahren. Bei mir ist es sogar so, dass es nicht einmal den Fahrgästen des öffentlichen Nahverkehrs zuzumuten ist, nur mit 30 km/h unterwegs zu sein, denn auch die Busse fahren erheblich schneller. Wahrscheinlich sind die modernen Fahrzeuge so gebaut, dass sie die Mindestgeschwindigkeit von 50 km/h nur dann unterschreiten können, wenn Sie vorhaben, anzuhalten und mein alter Peugeot ist einer der wenigen, die noch langsam fahren können…

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