David Copperfields Neid

Veröffentlicht: 5. August 2010 in Unmögliche Situationen

Es gibt ein Phänomen, das mich jedes Mal wieder sowohl fasziniert, als auch an den Rand des Nervenzusammenbruchs führt. Folgende Situation:

Ihr geht an einem sonnigen Tag einkaufen, freut euch auf einen relaxten Bummel und beginnt in aller Seelenruhe die Regale zu untersuchen, wobei ihr mit 1000%-iger Sicherheit auf genau die Ware hereinfallt, die mit Humtata und Farbenallerlei im Fernsehen wie Sauerbier angebiedert werden. Zumindest geht es mir immer so. (An dieser Stelle grüße ich Jochen und unseren Janosch-Salzstreuer ;-)))

Was dann aber als nächstes kommt, sprengt den Rahmen meiner Toleranzgrenze und ich spüre wie mein Blutdruck in den vierstelligen Bereich schießt. Ihr steht am Gemüsemekka und seht euch in der Auslage um. Schnell fällt eure Wahl auf zwei wundervolle, pralle, sensationell grüne Avocados, die schneller als ein Alkoholiker „Freibier“ rufen kann, in eurem Wagen landen. Als nächsten fliegen die knackigen Karotten, die fast schon pervers roten Äpfel und die tennisballgroßen Weintrauben in euer Vitamin-Portfolio.

Es wird noch ein wenig Schnick und ein wenig Schnack eingekauft und schon geht es ab an die Kasse. Es stört euch auch nicht weiter, dass ihr für das bischen Gemüse, Obst und Werbeirrsinn 127 Euro bezahlt. Für eure Gesundheit ist euch schließlich nichts zu schade…

Und dann passiert die als Sensation getarnte Mörder-Unverschämtheit!!!

Kaum habt ihr die Schwelle des Einkaufsladens gen Ausgang übertreten, vollzieht sich in eurer Einkaufstüte eine Metamorphose. Die saftigen Avocados sehen binnen von Sekundenbruchteilen aus wie Inge Meysel auf Extasy, die knall-orangenen Karotten mutieren zu braunen Stiftzahnimitaten und die Weintrauben sehen aus wie deprimierte Hamsterhoden.

WIE UM ALLES IN DER WELT IST DAS MÖGLICH??? Haben die Einkaufszentren dieser Welt eine Kamera im Ausgangsbereich plaziert, die sofort das Verlassen eines Kunden melden und den zuständigen Mitarbeiter veranlassen den Knopf zu aktivieren, der im selben Augenblick dem Obstzeug in eurer Tüte die imaginäre „Frisch“-luft entweichen lässt? Und wenn es jemand dafür gibt, wie lautet seine genaue Berufsbezeichnung? „Käufer-Frische-Vorsimulierer-Und-Dann-Doch-Übersohrhauer“???

David Copperfield wäre überglücklich, wenn er sich den Trick des Verwesens auf Knopfdruck zu eigen machen könnte. Vielleicht könnte Jopi Heesters ihm dabei behilflich sein…??? Egal. Langsam schleppe ich das vor sich hin muffelnde Zeug nach Hause, schaue frustriert auf die Reste namens Frischware, überlege kurz ob ich dem Einkauf nicht doch eine würdevolle Beerdigung bescheren sollte, entscheide mich anders, schmeiße alles in einen großen Topf und beschließe einen Gemüseeintop zuzubereiten. Naja, immerhin muss ich dafür nicht mal Vorbereitungen treffen. Wenn ich noch 2 Minuten warte, hat sich das Gemüse selbst püriert.

Mahlzeit…

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Kommentare
  1. Simone sagt:

    Hallo Daniela!
    Mit einem herzlichen Schmunzeln habe ich deinen Artikel gelesen und du sprichst mir förmlich aus der Seele. Einen großen Dank an dich für diese herrlich schöne Geschichte. Mehr davon!!!
    Liebe Grüße Simone

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