Flashmob für den Frieden???

Veröffentlicht: 15. August 2010 in Cosmopolitische Überlegungen

Als ich heute morgen meinen Latte Macchiato mit einem unbedachten Klick ins TV-Programm untermalen wollte, bin ich auf MTV auf ein Lied gestoßen, dass mir bereits bei den ersten Malen ob der Idee und Untermalung sehr gut gefallen hat, doch heute führt es bei mir zu einem unglaublichen Kloß im Hals, der mit jedem Mal, wo ich es mir ansehe, größer und schwerer wird.

Ich rede von „Glow“ von Madcon. Im Grunde gar nicht meine Musik, doch was mich fasziniert und gleichzeitig erschüttert, ist die Tatsache, wozu dieses Lied in der Lage war.

In 9 europäischen Ländern tanzten zehntausende von Menschen zu einer einstudierte Choreographie und präsentierten es beim European Songcontest. Zehntausende, die sich einer Gemeinsamkeit widmen, dem Tanz. Zehntausende, die für diese 4 Minuten Zusammengehörigkeit vermitteln. Zehntausende, die im Guinessbuch der Rekorde als „größter Flashmob aller Zeiten“ festgehalten werden.

Wer mich kennt, weiß, dass es schwer ist mir ein enges Gefühl im Bauch zu zaubern, doch ich kann mir das Video einfach nicht ansehen, ohne dass sich alles in mir zusammen zieht… Ihr fragt warum???

Stellt euch vor, wenn für diese 4 Minuten alle Soldaten und kriegsführenden Parteien auf der Welt die Waffen fallen lassen würden, alle vermeintlichen „Gegner“ für 4 Minuten miteinander tanzen, statt aufeinander schiessen würden??? Wieviel weniger Tote gäbe es auf der Welt? Wievielen Familien würde der Satz: „Es tut uns leid, ihnen mitteilen zu müssen, dass ihr Angehöriger heute ums Leben gekommen ist.“ erspart bleiben? Wie unendlich viel würden diese 4 Minuten in so unendlich vielen Leben verändern? Eine Pause vom Krieg, durchatmen, wieder für 4 Minuten an das Gute im Menschen glauben…

Ich habe einen Traum…

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Kommentare
  1. T. sagt:

    SO WAHR!!!!!!!!!!!

    • Ich verstehe einfach nicht, wieso die Musik ein solches Kunststück hinbekommt, die Politik aber gänzlich unfähig ist diesbezüglich…
      Als Mensch, der genau weiß, was Krieg bedeutet, denke ich unbedingt, dass es doch das oberste Bestreben einer jeden Regierung sein muss, diesen Zustand zu unterbinden, statt ihn zu kultivieren!?!??!?!
      Wann haben wir Menschen aufgehört uns füreinander zu interessieren??? Wann sind wir uns so egal geworden, dass wir uns in aller Seelenruhe beim Sterben zusehen und uns davon nicht einmal die Feierlust oder gar den Appetit auf Konsum nehmen lassen??? Was, zur Hölle, hat uns zu solchen Soziopathen werden lassen???

      *ungläubig den Kopf schüttelt*

  2. Frauke sagt:

    Hallo Daniela,

    Dein Gedanke ist nicht naiv, sondern absolut nachzuvollziehen, nur glaube ich, dass niemand genau nachvollziehen kann wie es ist, der es nicht auch in irgendeiner Form erlebt hat. Krieg bleibt immer solange etwas abstraktes, bis man selbst davon betroffen ist.

    Es gab einmal den Weihnachtsfrieden. Am 24. Dezember 1914 haben französische und deutsche Soldaten die Waffen über die Weihnachtstage gegen den Befehl niedergelegt und zusammen Weihnachten gefeiert. Sie wurden Freunde und mussten sich einige Tage später dennoch töten.

    Die Geschichte beweist also, dass das alles gehen kann, wenn man will. Soldaten könnten sich gegen ihren Befehl stellen und einfach die Waffen für einen Moment niederlegen, doch leider ist das auch nicht ganz so einfach.

    Politiker werden keine Friedensminute gestatten, weil es ihnen egal ist wer da stirbt. Sie kennen die Menschen nicht und sie wissen auch nichts vom Leid, weil ihre eigene Familie in Sicherheit ist.

    Unsere Welt besteht seit Menschengedenken aus Krieg. Der erste aufgezeichnete Krieg fand ca. 2700 vor Christus, unserer Zeitrechnung, statt, es gab sicher welche davor, es gab nur die Schrift noch nicht.
    Das Grausame ist also, dass Gewalt, Verbrechen, Grausamkeit und gleichzeitig die liebevolle Güte ein Teil unserer selbst ist und der Mensch dagegen leider wenig tun kann.

    Niemand und nichts auf dieser Welt ist so grausam wie der Mensch, denn er besiitzt die Fähigkeit zu denken und ohne Instinkte zu handeln. Was kann also grausamer sein, als eine Tat die bewusst geschehen ist?

    Bis später

  3. Idem sentio ac tu.
    Expertus dico!

  4. Sandy sagt:

    Hi Daniela,

    das ist doch mal ein geistiger Text der mich zum Grübeln gebracht hat.
    Ich habe den Kloß jedesmal im Halse wenn ich Daer Mr. President von PINK höre.
    Es lebe der Eurodance.
    Die Vorstellung das alle Soldaten gemeinsam tanzen und die Waffen fallen lassen finde ich alles andere als naiv.

    LG

  5. Frauke sagt:

    scio amice!

  6. Jana K. sagt:

    Hey Daniela!

    Echt Wahninn wie du es hinbekommst einem mit ein paar Zeilen zu fesseln und über gewisse Themen nachzudenken.
    Es ist ein Gedanke, der wahr werden sollte, denn Tag für Tag müssen wegen des Krieges traurige Nachrichten an Familien überbracht werden. Es wäre der Anfang zu einer besseren Zeit!

    LG Jana

  7. Da fällt mir spontan der „Weihnachtsfrieden“ aus dem Ersten Weltkrieg ein: http://de.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsfrieden_%28Erster_Weltkrieg%29

    • Hey Daniel!
      Schön dich hier zu lesen, Herr Kollege! 🙂
      Frauke kam auch schon auf den Bezug zum Weihnachtsfrieden. Unglaublich, dass diese Männer hinterher gezwungen waren die Waffen wieder aufzunehmen.
      Das muss ein noch größeres Trauma als Krieg an sich gewesen sein…

  8. Frauke sagt:

    difficillimum est ea latine dicere sed

    Ich weiß, dass es grausam ist einen Menschen in den Krieg ziehen zu lassen ohne zu wissen ob er wiederkommt. Ich weiß wie es sich anfühlt und ich weiß wie es ist, wenn man einem Menschen in die Augen schauen muss der grausames erlebt hat und nicht weiß wie er damit umgehen soll. Ich weiß auf eine andere Art wie Krieg ist.

    hoc scio!

  9. Frauke sagt:

    Dann bin ich aber beruhigt. So gut ist mein Latein auch leider gar nicht…aber ich bin dabei es zu verbessern.

    Es regnet 😦

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