Big Brother ist watching you…

Veröffentlicht: 18. August 2010 in Cosmopolitische Überlegungen

Ich habe die Nacht ein wenig mit Recherchen verbracht und mich mal ein wenig mit dem Thema „Street View“ angefreundet oder zumindest mich damit vertraut gemacht und habe auch hier eine sehr ambivalente Meinung.

Auf der einen Seite finde ich es sehr praktisch mir geplante Urlaubsziele schon mal anschauen zu können, mich zu informieren wo ich einen Hundepark finde und ob mir die Gegend allgemein zusagt. Natürlich greift hier das Argument, dass Google nichts zeigt, dass nicht vor Ort eruierbar wäre.

Auf der anderen Seite sträuben sich mir die Nackenhaare, wenn ich bedenke, was Street View Stalkern, Pädophilen, Sensationslustigen, Paparazzi, etc (die Reihe wäre endlos fortführbar) für Möglichkeiten bietet. Wenn irgendein Volldepp an deine Adresse kommt und quasi permanent beobachten kann wer vor deinem Haus parkt. Wenn andere in der Lage sind dein Haus mit Fluchtwegen auszukundschaften ohne dass du auch nur zu einer Reaktion in der Lage bist…

Ist ein Zaun nicht schon ein oder besser DAS deutliche Zeichen, dass man sich ein wenig Privatsphäre wünscht? Was bitte schön, muss man noch tun, um ein wenig Intimität leben zu dürfen? Ist die Lösung eine Finka auf dem Mars? Aber selbst das wäre eine Frage der Zeit, bis die „ermittelt“ ist.

Ich sehe in Street View eine große Beschneidung meiner Selbstentscheidung und ein Potential für alle, die sowieso schon ein Problem damit haben Grenzen zu akzeptieren. Ich möchte nicht wissen, wie viele eifersüchtige Männer/Frauen demnächst pausenlos am Arbeitsplatz checken wer zuhause ein und aus geht.

In meinen Augen ist es nicht erstrebenswert immer über alles und jeden informiert zu sein, schon gar nicht gegen sein Wissen und Wollen. Muss man heutzutage sein Privatleben komplett aufgeben, wenn man es wagt beruflich einen Schritt in die Öffentlichkeit zu gehen?

Wo bitte schön bleibt hier der viel besagte, oft zitierte erste Abschnitt im Grundgesetz? Er müsste, um zumindest noch sporadisch legitimiert zu sein, ein wenig abgeändert werden.

„Die Würde – aber nicht die Privatsphäre – des Menschen ist unantastbar – aber nicht unbeobachtbar!“

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Kommentare
  1. Ulrike sagt:

    Du hast den Nagel mal wieder auf den sehr intellektuellen, wunderschönen Kopf getroffen! Ziehe meinen Hut vor deinem Weitblick und deiner logischen Beweisführung.
    Freue mich auf dich!
    Kuss

  2. Fries sagt:

    Sehe es genau so wie Du. Strreet View ist scheisse – du bist fantastisch!

  3. Laura von W. sagt:

    du solltest echt politik machen. ich würd dich wählen. cool wie du einem immer aus der seele sprichst. ich hätte es genauso gesagt. bin ein großer fan. weiter so!!!!!!!!!!!!!!! bist du mal irgendwann in frankfurt?

  4. Jana sagt:

    YES, DANI CAN!!! You are f### great!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! And sexy 😉

  5. Frauke sagt:

    Ich gebe Dir absolut Recht, allerdings sollten wir auch bedenken, dass die Gesellschaft einfach auch diese Möglichkeit bietet.
    Das Problem ist einfach, dass sich die Menschen ganz langsam immer mehr digitalisieren lassen und sie gar nicht mehr bemerken, dass sie sich dadurch eigentlich immer mehr kontrollieren lassen.
    Ich denke, Du weißt, dass Du schon über Dein Iphone Apple die Möglichkeit gibst die ganze Zeit zu wissen wo Du bist? Denn mit dem Kauf eines Iphones erlaubt der Besitzer automatisch, dass Apple alle Daten speichert und jederzeit Deinen Standpunkt abrufen darf. Facebook speichert all Deine Informationen auf ihrem Server. Jede Spur, die wir im Internet hinterlassen kann abgerufen werden.
    Ich glaube, Street View macht es bald nur leichter uns zu kontrollieren, aber ist leider nicht erst der Anfang.

    Ich sehe es ähnlich wie Du, aber leider bieten wir viel zu sehr die Möglichkeit, dass sowas grausames geschieht.

    Big brother is watching you and actually we are living in 1984…

    • Was viele nicht bedenken, ist dass oft auch Informationen ganz vorsätzlich gestreut werden. Mir muss klar sein, dass wenn ich Social Networks wie Facebook verwende, meine Privatsphäre gläsern wird, aber nur in dem Maß, in dem ich es zulasse.

      There might be the possibility to get observed, but it´s a lie that Man has no power over his destiny.
      Actually we don´t live in the „where do we go from here“-mode…

  6. Sandy sagt:

    Ich habe ehrlich gesagt nicht viel Ahnung von diesem Internetdienst und dachte immer das lediglich Fotos von den unterschiedlichen Standorten gemacht werden. Man also so nicht sehen könnte wer aktuell grade vor welchem Haus parkt.

    Auf der einen Seite finde ich gut wenn man die Häuser nur von oben sieht und man sich ein Bild von dem Ort machen kann zu dem man vlt in den Urlaub fahren möchte. Wenn es aber darum geht die gesamte Örtlichkeit zu zeigen und am besten noch in die Fenster filmt dann bin ich sowas von dagegen.
    Und wenn man so wie du schreibst andere damit sogar überwachen kann dann: „HILFE“.

  7. Liebe Daniela,

    ich sehe das ein bisschen anders. Denn: Die Bilder, die Du im Netz siehst, sind zum Teil schon zwei Jahre alt. Es werden also keine Live-Bilder gezeigt (noch nicht *lach*). Außerdem überzeugen mich die Studien aus anderen Ländern, in denen Street-View schon genutzt wird. Dort konnte zum Beispiel kein Anstieg an etwa Einbruchszahlen verzeichnet werden. Und das ist ja immer noch das Hauptargument (der Deutschen). Dass Einbrecher nun noch bessere Möglichkeiten haben, ein Haus auszukundschaften…

    Von mir aus soll Google den Service gerne anbieten. Ich sehe das nicht so eng…

    LG, Daniel

    • Oriana sagt:

      Selbst, wenn die Bilder teilweise 2 Jahre alt sein sollten, so sollen sie sicherlich nur den „Nerv“ der Zeit und der Gesellschaft erfassen. Jeder Satelit im All kann nahezu jeden Ort auf der Welt aufnehmen und nahezu pixelgenau darstellen und beobachten. Also jede Sommersprosse auf der Nase erkennen. Man ist gut beraten, sich hierüber aufzuregen und sich dagegen zu wehren, denn es zeigt die Stimmung im Lande. Vom gläsernen Flugbucher bis zum observierten Menschen. Das scheint Thema zu sein. Dagegen ist ein „Big brother is watching you“ ein reiner Kindergeburtstag.

  8. Sabine sagt:

    Wenn man bedenkt wie oft ich die Ehre hatte, trotz meiner bescheidenen Wortwahl und meiner etwas angestaubten schriftlichen wie mündlichen Äußerungen, ganz im Sinne des Erfinders und trotz meiner im Falles eines Falles unaufhörlich gesträubten Nackenhaares meine STATEMENTS quasi als Lob der Sache für immer zu verschriftlichen…

    kurz
    Wenn man weiß, wie oft ich für Michael Derbot POSITIVE Leserbriefe schreiben musste und daneben saß, wenn er sich selbst POSITIVE Leserbreife geschrieben hat, wenn man das weiß
    „bleibt nur noch zu sagen, Hut ab, vor soviel qualifiziertem Lob“.

    • Mist,
      jetzt hast du auch dieses Geheimnis gelüftet…

      Du hast recht!!! Ich bezahle eine Armada an Menschen in Papua-Neuguinea, die fleißig deutsch lernen und die den ganzen Tag nichts anderes tun als positive Meinungen in meinen Blog zu stellen. Muss ja auch bei über 220 Kommentaren in 2 Wochen.

      Dass du für andere gefakte Einträge schreibst, zeigt, welch Geistes und vor allem moralischen Kindes du bist! Wieso lässt sich ein hochmoralischer Mensch wie du dazu herab? Du könntest doch viel lieber mit dem Sonnenstrahl spielen…

      Aber vielleicht hätte ich mich auch viel mehr von deinem öffentlichen Post auf Facebook beeindrucken lassen sollen, auf dem du ein Bild von mir abgebildet und mit der Unterschrift „Meine TRAUMFRAU“ versehen hast. Ist die Tatsache, dass ich dich daraufhin aus meinem Verteiler geworfen habe, ein Anlass für die etwas unreflektierten Kommentare? Oder, um dich zu zitieren:
      „Bist Du gefährdet? Steht das eigene Durchdrehen bevor?“

      Ist irgendwie schade, dass du ob deiner hochprofessionellen „Wortwahl“ nur in den Genuss des Schreibens von falschen Statements kommst. Ist mir echt ein Rätsel warum…

      Schreib gerne weiter! Du amüsierst mich sehr! 😉

  9. Frauke sagt:

    naja, kann ja gleich echt amüsant werden, wenn man jemanden interviewen muss, dem man geistig nicht gewachsen ist. Das ist ungefähr so, als wenn Albert Einstein uns beiden Mathematik auf hohem Niveau erklären sollte, würde ihm auch kein spaß machen und nur hin und wieder ein müdes Lächeln abringen…

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