Lebensverkürzende Veranstaltungen

Veröffentlicht: 14. September 2010 in Unmögliche Situationen

Aufregung ist ein Gefühl, dass ich eigentlich nur privat kenne. Die Tatsache aber, dass ich bereits seit Monaten weiß, dass ich am 10.9. meine Lesung bei Harbour Front habe, ließ mich schon lange vorher vibrieren.

Wie sich das genau für mich angefühlt hat, will ich weder euch vorenthalten, noch kann ich verheimlichen, da meine Freunde mich am Freitag erlebt haben.

11h: Ankunft in HH. Noch 15 Minuten, dann habe ich den ersten Dreh für RTL. Gott sei Dank ist der Reporter ein total liebenswerter Spinner. Sehr sympathisch, sehr echt. Noch 8 Stunden und 15 Minuten…

12h: Nächstes Interview mit dem NDR. Die Radiomoderatorin ist eine sehr coole Frau mit einer extrem sexy Stimme. Nette Atmosphäre mit intelligenter Konversation. Noch 6 Stunden und 40 Minuten…

13:20h: schnelles Essen mit meinem Schatz und meinem besten Freund. Der Ceasar-Salad schmeckt phantastisch. Noch 5 Stunden und 10 Minuten…

14:15h: Interview mit der WELT. Simone, die Journalistin, ist sehr empathisch, schlau und interessiert. Auch mein Interviewpartner, Dr. B. scheint gut gelaunt. Schön ihn mal wieder zu sehen. Auch der Fotograf, der uns für das Bild in der WELT shootet, ist ein Bekannter. Er hat schon die Pics fürs Hamburger Abendblatt gemacht. Noch 3 Stunden und 35 Minuten…

16h: Hans-Hermann Klare vom STERN erwartet mich in der Lobby. Auch Dr. B. ist dabei. Langsam wird es ernst. Meine süßen Freundinnen aus Hamburg, S., D., B., und S. sind da. Wir verschwinden kurz auf dem Zimmer, kippen einen Piccolo und weiter geht das Interview. Noch 1 1/2 Stunden.

18:40h: Es geht los. Wir gehen zum Gruner & Jahr Pressegebäude. Ich betrete den Saal und sehe erstaunlich viele Menschen. Sind die wegen MIR hier??? Noch 20 Minuten…

18:55h: Ich sitze mit Herrn Klare und Herrn B. backstage und versuche nicht bewusstlos zu werden. „Atmen, Dani, atmen. Tot bringt die Lesung nur halb soviel Spaß. Weder dir, noch den anderen.“ sage ich mir verzweifelt. Plötzlich verschlucke ich mich an dem dämlichen Apfelsaft. Na toll, wie beknackt wäre das denn? „Daniela Matijevic verstirbt kurz vor ihrer Lesung an einer Saftaspiration.“ Dämlich, reiß dich zusammen! Noch 4 Minuten…

ES IST SOWEIT!!!

Ich betrete die Bühne, werde offiziell begrüßt, Klare stellt mich vor und fordert mich auf meine Lesung zu beginnen. MIST. Wie geht das nochmal mit dem Buchstaben aneinander reihen? Wie schaffe ich die 7 Meter bis zum Stehpult ohne irgendwas umzu- oder mitzureißen?

Bin da. Stehe am Pult. Ob die Leute wohl meinen Pulsschlag SEHEN können?

Beginne zu lesen. Wie hat Klare gesagt? Wenn ich das Gefühl habe zu langsam zu lesen, ist es genau richtig.

Ok, los gehts. Ich sehe nichts mehr. Lese und versuche zu atmen. Nachdem ich den letzten Satz gesprochen habe, brandet Applaus auf. Ehrlich gesagt kann ich mich nicht mehr an die Intensität erinnern.

Das Interview läuft großartig auf der Bühne. Ich werde sogar tatsächlich sowas wie locker und kann die Leute ein paar Mal lachen lassen. Das Auditorium stellt interessante Fragen und als Klare die Runde beschließt, hagelt es Glückwünsche rechts und links. Sein eigenes Buch für andere zu signieren ist ein großartiges Gefühl. Hätte nicht gedacht, dass der Lohn der Arbeit so herausragend ist.

Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht die Lesung zu meistern, doch ganz ehrlich hat sie mich auch um Jahre altern lassen. Ich bin ganz erstaunt darüber, dass nicht die gesamte erste Reihe tropfnass war vom Adrenalin, dass mir aus den Ohren geschossen ist.

Wenn ich eines daraus schließen kann: es ist schön zu lesen, aber noch viel toller, wenn die erste Reihe aus den wichtigsten Menschen besteht, die es auf der Welt für dich gibt.

Ich danke euch allen von Herzen. Egal wo ihr saßt. Ob Reihe eins oder hinten im Gang. Ihr habt diesen Abend für mich so unendlich wertvoll gemacht!

Eure Dani

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Kommentare
  1. Christiane sagt:

    Ich saß zwar leider nicht dabei, aber ich ERSTARRE in Ehrfurcht.
    Du bist gut – und ich hoffe, Du weißt das.
    Wir wissen es bereits, Deine Fans.

  2. Barbara sagt:

    Hat man dir gar nicht angemerkt, meine Süße… du warst toll, locker, eloquent, authentisch… wunderbar… <3….

  3. Janina sagt:

    es freut mich, dass alles so gut geklappt hat. Schade, dass ich nicht dabei sein konnte. Aber Du hast ans atmen gedacht:o)

  4. Sandy sagt:

    Meinen Glückwunsch Dani, es freut mich das du die Leute begeistern konntest. 🙂

  5. Simone sagt:

    Leider konnte ich nicht dabei sein, aber so wie ich dich kenne, hast du es, trotz Aufregung, Adrenalinpegel (hochgejagd bis ins Weltall 😉 ) und Streß bravorös gemeistert. Meinen herzlichen Glückwunsch !!!

    • Vielen, vielen Dank an euch alle! 🙂

      Es ging ja quasi noch ungebremst weiter.
      Direkt nach der Lesung waren meine wundervolle Lektorin, Herr Klare, mein Schatz und ich essen. Tolle Stimmung, viel gelacht.
      Danach offizieller Empfang des Harbour-Front-Comitees. Sehr edel auf einem Schiff. Toll!
      Danach private Party im VIP-Bereich des „Upper East“ in Hamburg (danke an dieser Stelle an Michael Ammer, Daniel van Cleeve und Marc!).
      Am nächsten Morgen, verkatert aber glücklich:
      12:30h: Interview und Fotoshooting mit „Hinz&Kunz“.
      Danach Treffen mit Freunden.
      17:00h: Sandy kurz im Check-In-Bereich des Flughafens treffen. Kaffee. Weiterfliegen. (Baby, wir arbeiten zuviel. Wenn wir schon nur Zeit zwischen den Flügen finden…)
      19:00h: Ankunft Frankfurt. Für den Klitschko-Kampf in der „Was-weiß-ich“-Arena bin ich zu müde. Abendessen mit einem alten Freund.
      22h: Telefonat mit dem anbetungswürdigen Schatz. Schön…
      10h: Ab in die Redaktion von Bärbel Schäfer. Ein 1 1/2 stündiges Interview mit Bärbel. Super. Lief toll. War locker, machte Spaß.
      13h: Gemeinsames Mittagessen.
      16:30h: Check-in in Frankfurt. Müüüüüüüüüüüüüüüüüüüüüde…
      18:05h: Landung in Münster. Schatz ist da. Oh ja…

      Jetzt habe ich noch 18 Stunden Ruhe bis zum nächsten Interview. Grandios! Es läuft super. Nicht zuletzt wegen euch!
      DANKE!
      Eure Dani

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