Bärbel for President!

Veröffentlicht: 16. September 2010 in Unmögliche Situationen

Als ich am frühen Sonntagmorgen in das Gebäude des Hessischen Rundfunks schneie, habe ich das Gefühl, dass alles noch schläft. Nicht nur der Pförtner, sondern auch mein Kopf hat noch immer den Relax-Modus laufen.

Der zuständige Redakteur holt mich am Eingang ab und führt mich in die erste Etage. Gott sei Dank. Er ist ein sympathischer, intelligenter junger Mann, mit dem es schon die ersten 5 Minuten Spaß macht mich zu unterhalten.

Als ich die Tür zu dem Studio von Bärbel aufmachen und ich mit einem flapsigen „Ist sogar für ne Sendung mit Frau Schäfer zu früh für mich.“ steht sie mir auch schon mit einer Tasse Kaffee in der Hand gegenüber.

„Aaah, sie sind schon da? Na, dann immer mal rein.“

Ein wenig peinlich berührt, weil sie meinen Kommentar mitbekommen hat, folge ich ihr.

WIE COOL IST DAS DENN BITTE SCHÖN??? Bärbel Schäfer trägt ein relativ transparentes weißes Oberteil mit einem weißen T-Shirt darunter. Ihre getigerten Chucks werden nur getoppt von der knallgrünen Jogginghose, die sehr gemütlich, gleichzeitig aber auch wahnsinnig stylish aussieht. Sehr cool, schießt mir durch den Kopf. Sie ist ein Fashion-Vicitim!

Ich höre ein wenig bei der Sendung zu und kriege mit, wie witzig und locker die Stimmung in ihrem Team ist.

Als ich mich ihr gegenüber ins Studio setze und meinen Kopfhörer aufsetze, einigen wir uns auf ein „DU“.

Als Bärbel beginnt mir den ersten Block noch im distanzierten „SIE“ Fragen zu stellen, antworte ich grinsend und schaue ihr in ihre von einer modernen Brille umrahmten sehr blauen Augen.

Eine Anruferin hat eben dieses sofort bemängelt. Es könne ja nicht sein, dass wir uns aufs „DU“ einigen und sie mich weiter siezt, erklärt der Redakteur. Bärbel lacht und schreibt in großen Lettern DU auf ihr Skript.

Im zweiten Blog unterhalten wir uns intensiver über die Zeit nach dem Kosovo. Man merkt, dass sie eigentlich mit jemand gerechnet hat, der nicht adäquat antworten kann. Seltsamerweise erwarten viele Journalisten, wenn sie hören, dass sie mit einer ehemaligen Soldatin sprechen sollen, jemand mit einem IQ von einem Butterkeks und sind ganz überrascht, dass ich es schaffe zu sprechen, Worte mit Sinn zu formen UND gleichzeitig zu atmen.

Bärbel intensiviert ihre Fragen. Ich pariere und es entsteht eine angeregte Unterhaltung, die nicht übertrieben dargestellt sein würde, wenn man ihr den Stempel „Intellektualität“ aufdrücken würde.

„Mensch, du bist ja rhetorisch echt sehr fit.“ zwinkert sie mir in der Pause entgegen. Ich grinse, bedanke mich und frage, ob sie ein Autogramm für meinen Neffen schreiben würde. „Klar.“ lächelt sie mir herüber. Sie will alles wissen. Wie er heißt, was er für einer ist. Ich erzähle es ihr und bald floskeln wir über Kinder, die zart besaitet sind.

Das Interview verläuft grandios, die Chemie stimmt und das Gespräch fließt. Bärbel wundert sich über die vielen Anrufer. Sie grinst, als sie sagt, dass sie es gut findet, dass ich niemand bin, der keine Angst hat unbequem zu sein und seine Meinung unverblümt kund tut. Als sie mich im Interview fragt, wie es war, als Scharping uns besuchte und ich ihr erzählte, dass er nur seine Schnittchen gegessen hat und abgezogen ist, grinst sie.

Dani: „Er war ein Schnacker, der sich kein Stück für uns interessiert hat.“

Bärbel: „Und wie war Schnacking so als Mensch?“

Ich gröhle lauthals auf und auch Bärbel kann sich nicht mehr halten.

Dani: „Muaaaaaaaaaaaahhahahahhaha, Schnacking!!! Das passt.“

Sie zwinkert mir zu und auf geht es in die letzte Runde des Tages.

Als wir fertig sind bleibt mir nur ein Resümee.

Es hat mich sehr beeindruckt, dass ihr Thema vor mir am Tag Sarrazin war und sie diesbezüglich kein Blatt vor den Mund genommen hat, obwohl sie allen Grund zur Befangenheit gehabt hätte.

Da ich Bärbel versprochen habe einen Artikel über das Interview zu posten und weiß, dass sie das gerade liest, kann ich nur ganz ehrlich sagen:

ES HAT MIR RIESIG SPASS GEMACHT MICH MIT DIR ZU UNTERHALTEN. DU BIST NE GANZ GROSSE! WEITER SO! DIE ARBEIT WÜRDE NOCH MEHR SPASS MACHEN, WENN ES MEHR JOURNALISTEN GÄBE, DIE MIT EINEM SOLCHEN HERZBLUT DABEI SIND, WIE DU! WENN SCHNACKING SO EIN POTENTIAL GEHABT HÄTTE, WÄRE ER NICHT IN DER PROVINZ GELANDET. DARAUS RESULTIERT FÜR MICH NUR:

BÄRBEL FOR PRESIDENT! 😉

Herzliche Grüße!

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Kommentare
  1. Christiane sagt:

    Hallo Bärbel, Du hast erkannt, dass Dani ein ganz Große ist.
    Wenn Du Präsident wirst, ist Dani Deine Zukunft…
    …weil Schnacking mit Hirn IN ist.

    Christiane (1. Wählerstimme)

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