Lügen haben hässliche Beine

Veröffentlicht: 3. November 2010 in Unmögliche Situationen

Ich bin beruflich sehr viel bei Geschäftsessen, auf Banketts und Empfängen. Oft muss ich dabei beobachten, wie die Menschen sich gegenseitig so viel Honig um den Bart schmieren, dass es fast unmöglich scheint, dass auch nur ein Wort durch den zuckersüßen Wust kommt, der in der Luft wabert.

Auch das letzte Mal habe ich mir grinsend vorgestellt, wie es wäre, wenn alle Bankettteilnehmer für einen Abend NICHT in der Lage wären zu lügen. Das sähe ungefähr so aus: (alles natürlich rein fiktiv!)

 

Die Veranstalterin steht im Eingangsbereich und begrüßt den designierten Oberbürgermeister. „Ach, Herr XY, schön, dass Sie es geschafft haben, zu kommen, wo doch alle Welt weiß, dass Sie mehr mit ihren Betthäschen zu tun haben, als ne polnische Prostituierte in einer lauen Sommernacht!“

Er: „Na, aber gerne doch. Obwohl ich es auch ganz nett fänd, wenn Sie mit Ihrer Botoxfresse tatsächlich sowas wie Freude zeigen könnten.“

Ihre Assistentin beugt sich dezent zu ihr herüber. „Entschuldigen Sie, dass ich Ihr unerträgliches Gewäsch unterbreche, aber Ihre hochnäsige Dekadententochter, die mehr Koks zieht, als Charly Sheen auf einer Opiumfarm, hat angerufen und hat mal wieder gedroht die nächsten 4 Wochen nix zu essen, wenn Sie ihr nicht den Ferrari für heute Abend leihen.“

Sie: „Na gut, dann sagen Sie meiner verzogenen Rotzgöre, dass Sie die letzten 24 Stunden vor der Einweisung in die Betty-Ford-Klinik genießen soll. Und jetzt seien Sie ein gutes Kind und schwingen Ihren in billigen C&A-Fummel-gezwängten Riesenarsch zum Buffet und machen Sie, was Sie am besten können.“

Der Bartender kredenzt dem Herrn Theaterintendanten seinen Whiskey-Sour und spricht: „Bitte sehr, du feister Drecksack. Da kannst du mir hundert Mal so viel Geld zustecken, ich würde eher durch ein Piranha-Becken schwimmen, als mit dir ins Bett zu hüpfen.“

Ich betrete den Saal und stoße auf Oliver, den arroganten Stadtratsvertreter der CDU.

„Na, du verkappter Rassist? Was los? Kannst du dich nicht entscheiden, wen du heute am meisten hasst oder nervt es dich einfach nur wahnsinnig, dass eine Emigrantentochter ernsthaft Konkurrenz für dich darstellen könnte?“

Er grinst mich an und sagt: „In dem Moment, wo sich mein eigentlich schwuler kleiner Hintern von einem Ausländer bedroht fühlt, würde ich vor lauter Verlegenheit sogar Hella von Sinnen poppen.“

 

Oh nein, das dürfen wir Hella auf keinen Fall antun. Na, vielleicht ist auf solchen „Veranstaltungen“ die ein oder andere Flunkerei doch ganz angemessen…

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