Der Tag, an dem ich zum Hulk mutierte

Veröffentlicht: 1. Juni 2011 in Uncategorized

Wer mich kennt, weiß, dass ich die meiste Zeit ein unerträglich gut gelauntes Kerlchen bin, dass zu jeder Situation gerne einen witzigen Spruch macht, um Verkäuferinnen, Passanten, oder Fleischereifachverkäuferinnen zum Lachen zu bringen. So auch heute. Pfeifend, aber auch ob der vergangenen Nacht und dem damit zusammen hängenden Sambuca erheblich angeschlagen, spazierte ich mit meinem Kumpel M. durch die Innenstadt. Tolles Wetter, nette Leute, die wir unterwegs treffen, kurz bei Inga im Laden („Lille Royal – in der OS Altstadt – ein ganz toller Klamottenladen – UNBEDINGT ANGUCKEN!!!) vorbei gegangen und noch immer keine Lust nach Hause.

Eine Freundin im Krankenhaus besucht, Malutensilien gekauft und noch eben zum Saturn, CD´s kaufen.

Grenzdebil grinsend gehe ich zu meinem Auto. Nicht einmal die horrende Parkgebühr, für die ich in Rumänien eine Niere bekommen hätte, kann mir heute die Laune verderben.

Schnell die neue CD von Cassandra Steen mit aus dem Kofferraum nehmen, Sonnenbrille auf, los gehts. Ich passiere die Schranke und freue mich über den grandiosen Sonnenschein. Eilig nehme ich die CD an mich und beginne an dem Bändchen zu zerren, mit dem das Öffnen der Verpackung angeblich leichter gehen soll. Nix tut sich.

Ah, die Ampel schaltet auf rot. Super. Also die CD fester in die Hand genommen und mit dem Fingernagel an der Falz herumgezuppelt. Nix. Ecke der Verpackung abgeknibbelt, abgerissen. Mist.

Ich merke, wie meine Halsadern anschwellen und ich langsam aber sicher meinen Puls in den Schläfen spüre. Hier kann nur noch grobe Gewalt helfen. Also schnappe ich mir den Verschluss meines Brillenetuis und ziehe es brutal an der Seite der CD herunter. Doppel-Nix.

Kurze Kontrolle an meinem Unterarm, ob ich mittlerweile zum Hulk mutiere. Nein, noch keine grüne Haut, also: weiter! Leider muss ich wieder losfahren und beisse bei voller Fahrt auf dem beknackten Ding herum. Die nächste Ampel – ich muss halten. Sehr gut.

Nix, ich kann tun und lassen, was ich will, die Sch…verpackung bewegt sich nicht. „Leicht“ gereizt brülle ich: „WENN DU NICHT SOFORT AUFGEHST; DU SCHEISS CD; FLIEGST DU AUS´M AUTO!!!“

Aus dem Augenwinkel bemerke ich, dass mich jemand beobachtet und sehe im Nachbarauto drei Augenpaare, die mich anschauen als hätten sie mich in Flagranti dabei ertappt, wie ich Mutter Teresa erwürge.

Ein letzter Versuch: mit der Krone meiner Uhr ratsche ich am Verschluss herum und siehe da: das Ding geht auf.

Was lernen wir daraus: mir soll nochmal einer sagen, dass Anschreien nix bringt…

Aber ganz ehrlich: wer, zur Hölle, denkt sich so bescheuerte Verpackungen aus???????????

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Kommentare
  1. Friederike sagt:

    Du sprichst mir aus der Seele. Vor allem, was soll das, die Packung zu öffnen, bevor man los fährt?? Dafür gibts doch rote Ampeln… 🙂

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