Archiv für die Kategorie ‘Cosmopolitische Überlegungen’

„Saufkumpan zum Mieten“

Veröffentlicht: 6. Februar 2011 in Cosmopolitische Überlegungen

Mit diesem außergewöhnlichen Angebot sorgte jetzt ein ukrainisches Unternehmen für weltweites Aufsehen. Wer einsam ist und nicht alleine trinken mag, kann für umgerechnet 14 Euro einen „geselligen, angenehmen Menschen zum Trinken mieten, der sich mit Ihnen über Gott und die Welt unterhält und der einen langweiligen Abend aufheitern kann.“

Doch die Firma wolle keine Besäufnisse fördern, sagt Unternehmenschefin Julia Pejewa. Über das gemeinsame Trinken hinaus sei er auch offen für Gespräche – von Politik über Kunst bis zu Frauen.

„Praktisch alle unsere Leute sind talentiert”, versichert Pejewa. „Sie können Gitarre spielen, singen oder Gedichte aufsagen.“

„Um mit ihnen gemeinsam den Zustand der Welt zu beklagen, seien sie ebenfalls geeignet.“

Besonders begehrt sei die Dienstleistung bei alkoholkranken Menschen, die sich gegen eine Therapie sträubten, es aber angenehm fänden, mit Fremden zu reden und zu trinken.

 

Na, wenn das kein „Vorbild“ ist:

Ich biete hiermit an, mit jedem einen trinken zu gehen, der sich danach (vielleicht nicht direkt am Tag danach, aber DEFINITIV danach) bei der Deutschen Knochenmarkspende (DKMS) typisieren und verzeichnen lässt.

Darauf gebe ich mein Wort!!! Wer möchte einen trinken gehen???

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Seit Jahresbeginn sind die Mineralölgesellschaften gesetzlich dazu verpflichtet, den üblichen Benzinsorten, 95 und 98 Oktan zehn Prozent Ethanol beizumischen. Seit dieser Woche ist E 10 an vielen Tankstellen in Deutschland zu beziehen.

Dieser Wechsel des Benzins geht zu Ungunsten derer, die E 10 nicht tanken können, denn deren Spritpreise haben sich exponentiell nach oben verlagert – teilweise auf bis zu 5 Cent!!! Bereits durch die erhöhte Bio-Beimischung kommt es zu leichten Preissteigerungen. Die Autofahrer werden jetzt gleich doppelt zur Kasse gebeten. Nicht nur die Mineralölgesellschaften lassen sich diese Mixtur bezahlen, sondern auch der Verbrauch wird erheblich steigen. Auf Grund des geringeren Energiegehaltes des Ethanol erhöht sich bei gleicher Fahrweise der Verbrauch gegenüber herkömmlicher Benzinsorten. Es wird noch wichtiger, durch entsprechendes Fahrverhalten den Kraftstoffverbrauch zu senken. Wie lange es die herkömmlichen Benzinsorten noch geben wird, weiß heute wirklich noch niemand. Wird der Kraftstoff E10 nicht in genügender Menge getankt, wird sich die Preisspirale für die anderen Sorten schnell und ständig nach oben drehen.

 

Wozu soll der neue Superkraftstoff eigentlich gut sein? Nun, so richtig überzeugend kann das niemand sagen. Eine wichtige Rolle soll dieses Gemisch beim Klimaschutz spielen. Inzwischen gibt es immer mehr Menschen, die bezweifeln, dass wir das Klima überhaupt durch E 10 beeinflussen können. Entsprechend einer Studie des Londoner Institut für Umweltpolitik, werden die in der EU vermarkteten Biokraftstoffe etwa 81 bis 167 Prozent schlechter als fossile Kraftstoffe für das Klima sein. Eine andere Erklärung ist, es handelt sich bei der neuen Benzinsorte vor allem um Rohstoffe, die nachwachsen. Allerdings gehen dafür zahlreiche wichtige Anbauflächen für unsere Nahrungsmittel der Landwirtschaft verloren

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Bitte informiert euch, ob euer Auto E 10 tanken darf, denn die Schäden durch falsche Betankung sind horrend! Bereits die einmalige falsche Betankung kann schwere Schäden am Fahrzeug verursachen. Die zehn Prozent Ethanol lassen Benzinleitungen und Dichtungen quellen und undicht werden. Filter werden zerstört. Der aggressive, Wasser anziehende Alkohol greift Aluminium und Zinkdruckguss an. Er lässt Düsen verstopfen und Tanks korrodieren. Aber auch der Wertverlust für solche defekten Fahrzeuge ist nicht zu unterschätzen. Für die Werkstatt wird so etwas zu einer Großreparatur, die den Kunden viele Euros kostet. Mindestens 20 Prozent der zur Zeit zugelassenen Fahrzeuge vertragen E10 nicht.
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Unter http://www.dat.de erfaht ihr, ob euer Auto dafür geeignet ist, oder nicht.

 

Fazit: wenn kein nachweisbarer Effekt hinter E 10 steckt, der wirklich umweltschonender ist, ist es für mich nur ein weiterer Benzinpreis nach oben treibender Fake, der auf dem Rücken von Vielfahrern ausgetragen wird. Spätestens hier sollte die Regierung mal gnädigerweise eingreifen!!!

 

Wie seht ihr das???

 

 

(Quelle: http://www.suite101.de)

Wein-nachten

Veröffentlicht: 27. November 2010 in Cosmopolitische Überlegungen

24. Dezember – das Jahr ist variabel – Heiligabend:

Einsam steht der alte Mann in seiner dunklen Wohnung und schaut aus dem Fenster. Er sieht die hell erleuchteten Fenster in der näheren Umgebung. Sieht die aufgeregten Kindergesichtchen, die mit roten Wangen und großen Augen mit dem Weihnachtsbaum um die Wette strahlen. Letztes Jahr haben sie noch gemeinsam Weihnachten gefeiert. Letztes Jahr hat seine Frau noch gelebt. Sein erwachsener Sohn, den er eh nur am Heiligen Abend sah, weil die Entfernung einfach viel zu groß ist, hatte ihn eingeladen diesen Abend bei ihm und seiner Frau zu verbringen. Doch es kostet ihn viel zu viel Energie den Menschen um ihn herum glaubhaft zu machen, er würde dieses Leben auch alleine meistern. Ohne sie. Ohne ihre warmen Augen und ihre sanften Berührungen. Er log den Menschen ungerne ins Gesicht und hatte sich entschieden zuhause zu bleiben. In ihrem Zuhause. Die Erinnerung an den Duft ihrer Kekse, ihre königliche Sanftmut, während sie leise vor sich hinsummend den Baum schmückte, ließen ihn erst zaghaft lächeln. Doch der allgegenwärtige Schmerz schlug auch jetzt wieder zu. Er lässt langsam die Gardine zurückfallen, setzt sich müde auf das Sofa und starrt verbittert in die Dunkelheit. Ein ganzes Leben lang zusammen. Was war sein Leben jetzt noch ohne sie wert?

Marie hört die anderen Kinder im Heim im Speisesaal lachen. Sie hat sich zurückgezogen in ihr 4-Bett-Zimmer, dass sie mit ihren Freundinnen teilt. Die Kinder aus ihrer Klasse feiern den Heiligen Abend mit einem Festbraten, einem echten Weihnachtsbaum (nicht so einem doofen Plastikbaum der nach gar nichts riecht) und vielen Geschenken. Vor allem aber feiern sie ihn mit ihren Eltern. Marie kann sich noch sehr gut an ihre Mutter erinnern. Auch ihr Körper hat sich lange an ihr qualvolles Leben erinnert. Jeder blaue Fleck, jede Narbe, jeder Knochenbruch sprach Bände. Von unten drängt leise ein Weihnachtslied zu ihr hoch. „Ihr Kinderlein kommt“. Sie seufzt schwer. „Wohin“, fragt sie sich, „soll ich denn kommen? Mich will ja keiner. Nicht mal meine Mutter…“

Frierend sitzt Jonas auf der Parkbank. In den Füssen hat er schon seit heute morgen kein Gefühl mehr. Es ist schon schlimm genug für ihn obdachlos zu sein, doch an einem solchen Abend, wo die Stille in den Strassen tonnenschwer auf seiner Seele lastet, ist die Kälte oder der Hunger nicht sein schlimmster Feind. Es ging alles ganz schnell. Erst lief sein Geschäft gut. Er war zu schnell an Geld gekommen. Schnelle Autos, tolle Frauen, falsche Freunde. Jetzt, wo er nur noch das besaß, was er am Körper trug, wusste niemand mehr, wer er war, geschweige denn, dass es jemand interessiert hätte, was mit ihm geschehen war.

Clara lag bereits seit 4 Jahren im Bett. Dass sie Multiple Sklerose hat, wusste sie schon länger, doch sie hatte es lange erfolgreich verdrängen können. Erst, als die ersten Lähmungserscheinungen eintraten, realisierte sie, was das bedeutete. Seit einem Jahr kann sie sich nicht mehr bewegen. Eine Maschine atmet für sie. Doch hier im Hospiz ist das Zimmer viel schöner, als im Pflegeheim. Clara weiß, dass dies ihr letzter Heiligabend sein wird. Die Schwester kommt eilig herein und wechselt die Infusion. Leise summt sie vor sich hin, als sie sich über Clara bückt und was am Monitor verändert. Clara bemerkt das Amulett um ihren Hals, das zwei kleine Kinder zeigt. Wie schön! Sicher wird sie gleich nach ihrem Dienst mit ihnen Geschenke auspacken und zu Abend essen. Clara würde so gerne spüren, dass sie noch ein Mensch ist, spüren, dass sie noch lebt. Wenigstens noch die kurze Zeit, die ihr noch bleibt…

Badawi schaut durch sein Haus, das kaum größer ist als eine Abstellkammer. Er weiß nicht, wie er seine Frau und seine 9 Kinder heute ernähren soll. Er hat kein Geld um Hirse oder Mehl zu kaufen, geschweige denn eine Ziege um sie mit Milch versorgen zu können. Verzweifelt hält er sich die Ohren zu. Er kann das Weinen der Kinder nicht mehr hören. Als gläubiger afrikanischer Christ hat er alles getan, was die Kirche ihm vorgab. Er hat sich vermehrt, leider vermehrte er sich immer weiter, seine Frau war wieder schwanger, doch an Kondome durfte er nicht denken. Er hat Gottes Wort verkündet und nach allen Geboten gelebt. Warum ließ Gott ihn und seine Familie dann so leiden???

Liebe Freunde, Weihnachten ist nicht nur ein christliches Fest, es sollte eine Ode an die Menschlichkeit sein, die JEDEN Tag stattfindet. Bitte denkt in eurem Wohlstand daran, wie viele Claras, Jonas, Badawis und Maries es gibt. Denkt an sie, bevor ihr euch über ein Geschenk ärgert. Denkt an sie, bevor ihr den Braten in euch hinein futtert. Denkt daran, dass JEDER Mensch IMMER ein Recht auf Menschlichkeit hat und denkt an sie, wenn eure Sonne am Zenit steht. Vielleicht scheint ein wenig von eurem Licht auf sie herab und wärmt sie…zumindest für einen kurzen Moment. Sie alle sind uns näher als ihr denkt. Sie sind nur einen Seelenschmerz weit entfernt…

 

 

« Ich bestätige die Einschreibung dieses Blogs auf Paperblog unter dem Benutzernamen danielamatijevic ».

Soldaten der Bundeswehr sollen schon bald mit einer neuen Medaille ausgezeichnet werden. (Florian Pauli, OFw, gestorben am 7.10.10 in Pul-e-Khumri, Afghanistan, durch einen Selbstmordattentäter-Anschlag). Der Orden wird auf Initiative von Verteidigungsminister Guttenberg (Thomas B., Stabsarzt, gestorben am 15.4.10 in der Provinz Baghlan als sein Fahrzeug in einen Hinterhalt geriet) für Einsätze im Kampf verliehen. (Josef K., StUffz, gestorben am 15.4.10 in der Provinz Baghlan durch Hinterhalt) Für den Einsatz im Kampf können Bundeswehrsoldaten (Marius D., HFw, gestorben am 15.4.10) künftig mit einem neuen Orden belohnt werden. Initiiert durch (Martin Augustyniak, Hauptgefreiter, gestorben am 2.4.10 beim Gefecht in der Nähe von Kunduz) Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) billigte Bundespräsident Christian Wulff (Patrick Sauer, SG, gestorben an den Folgen eines Feuergefechtes nahe Kunduz) eine neue Gefechtsmedaille. (Martin Brunn, HG, gestorben am 23.6.09 bei einem Feuergefecht in der Nähe von Kunduz) Diese Sonderstufe der Einsatzmedaille der Bundeswehr (Michael Diebel, OFw d.R., gestorben am 19.5.07 durch einen Selbstmordanschlag) soll an jene Soldaten verliehen werden, (Mischa Meier, HFw, gestorben am 27.8.08 Chahar Darreh durch einen Anschlag auf seine Patrouille) die „mindestens einmal aktiv an Gefechtshandlungen teilgenommen (Enrico Schmidt, HG, gestorben am 21.12.02 in Kabul durch einen Hubschrauberabsturz) oder unter hoher persönlicher Gefährdung terroristische oder militärische Gewalt erlitten“ haben. (Andreas Beljo, Oberfähnrich, gestorben am 7.6.03 durch ein Selbstmordkommando in der Nähe von Kabul)

Das neue Ehrenzeichen, (Matthias Standfuß, Hauptmann d.R., gestorben am 19.5.07 durch ein Selbstmordattentat in Kunduz) so sieht es der Erlass vor, (Jörg Baasch, SU, gestorben am 7.6.03 durch einen Sprengstoffanschlag in der Nähe von Kabul) soll auch nach dem Tod verliehen werden können. (Carsten Kühlmorgen, OFw, gestorben am 7.6.03 bei einem Sprengstoffanschlag auf seinen Konvoi) Die erste der neuen Gefechtsmedaillen will Guttenberg am 25. November vergeben. (Michael Neumann, OFw d.R., gestorben am 19.5.07 durch einen Anschlag in Kunduz)

Mit seiner Einführung kommt der Minister (Silvio Schattmann, HG, gestorben am am 17.10.04 in Afghanistan) einer weitverbreiteten Kritik in der Truppe entgegen: (Nils Bruns, HFw, gestorben am 2.4.10 in Chahar Darreh bei einem Gefecht in der Nähe von Kundz) Die normale Einsatzmedaille der Bundeswehr (Robert Hartert, SG, gestorben am 2.4.10 in Chahar Darreh durch einen Hinterhalt in der Nähe von Kunduz) erhalten alle Soldaten in einem Auslandseinsatz – (Friedrich Deininger, Hauptmann, gestorben am 21.12.02 durch einen Hubschrauberabsturz) ob sie überwiegend im Feldlager arbeiten oder auf Patrouille in umkämpfte Gebiete gehen. (Thomas Schiebel, HFw, gestorben am 21.12.02 in der Nähe von Kabul)

Ein Verwundetenabzeichen für die deutschen Soldaten, (Armin Franz, OLt d.R., gestorben am 14.11.05 durch einen Sprengstoffanschlag in der Nähe von Kabul) wie es die Armeen anderer Nationen kennen, hatten Verteidigungsministerium (Thomas Kochert, OFw, gestorben am 6.3.02 beim Entschärfen einer Bombe in Kabul) und Bundespräsidialamt dagegen abgelehnt: „Grundlage für eine Auszeichnung (Tomar Kurpanek, OFW, gestorben am 4.9.07 in Masar-i-Sharif) sind besondere durch den Soldat zu erbringende Leistungen, (Mike Rubel, OFw, gestorben am 6.3.02 beim Entschärfen einer Flugabwehrrakete in Kabul) die bei einem Verwundetenabzeichen so nicht gegeben wären.

Derweil will die Bundesregierung die Truppen (Helmi Jimenez-Paradis, Fw, gestorben am 7.6.03 durch ein Selbstmordkommando in der Nähe von Kabul) für den Afghanistan-Einsatz erst im Jahr 2012 reduzieren – und (Andreas Heine, HFw, gestorben am 25.6.05 durch eine Minenexplosion in Rustaq) riskiert damit einen Zwist mit der SPD im Bundestag. Nach SPIEGEL-Informationen vereinbarten (Christian Kopp, OFw, gestorben am 17.12.06 in Kabul) Kanzlerin Angela Merkel (CDU), Außenminister Guido Westerwelle (FDP), Guttenberg sowie (Boris Niwizki, HG, gestorben am 7.8.05 in Kabul) das Innen- und das Entwicklungshilferessort bei einem Spitzentreffen im Kanzleramt, (Jörn R., Major, gestorben am 15.4.10 in der Nähe von Baghlan durch eine Sprengfalle) das bestehende Mandat mit einer Obergrenze von 5000 Soldaten und einer flexiblen Reserve von 350 zusätzlichen Soldaten Anfang nächsten Jahres zu verlängern. (Christian Chemnitz, HFw, gestorben am 25.8.08 in Termes)

 

WARUM???

 

 

 

Blitzableiter

Veröffentlicht: 17. November 2010 in Cosmopolitische Überlegungen

Kennt ihr das? Jemand verletzt euch und schon schießt ihr die Pfeile, die eigentlich in eine andere Richtung gehören (danke an dieser Stelle für die tolle Formulierung, D.!), auf jemand, der euch nahe steht?

Der Chef nervt, macht den ganzen Tag dumme Sprüche und kaum seid ihr zuhause, kackt ihr euren Schatz an?

Der Autofahrer vor euch kommt einfach nicht in den Quark und ihr seid sowieso schon viel zu spät dran? Was macht ihr, wenn euer Kind euch fragt, ob es fernsehen darf? Ihr schreit: „NEIN, heute gibt es kein Fernsehen!!!“

Die Nachbarn machen so einen Höllenlärm, dass ihr das eigene Wort nicht versteht und kaum ruft eine gute Freundin an, pöbelt ihr, dass ihr grad echt keinen Nerv habt euch ihren Liebeskummer anzuhören.

Ein Mitglied eines anderen Vereins beleidigt euch so sehr, dass euer schlimmstes Trauma wieder ans Tageslicht kommt und schon seid ihr versucht ALLE zwischenmenschlichen Brücken hinter euch abzubrechen…

Wie kommt es, dass wir oft Menschen als Blitzableiter benutzen, die mit der eigentlichen Situation GAR NICHTS zu tun haben und die uns eigentlich die Welt bedeuten? Obwohl wir es besser wissen, können wir in der Situation absolut gar nichts anders machen.

*seufz*

Manchmal ist es so schwer ein menschliches, fühlendes Wesen zu sein…

Nice to know…

Veröffentlicht: 3. November 2010 in Cosmopolitische Überlegungen

Dinge, die wir schon immer wissen wollten:

 

Wie kommen die „Rasen betreten verboten!“-Schilder in die Mitte des Rasens?

Wenn Super kleber überall klebt, warum dann nicht an der Innen seite der Tube?

Warum ist einsilbig dreisilbig?

Warum muss man für den Besuch beim Hellseher einen Termin machen?

Warum gibt es kein anderes Wort für Synonym?

Was haben Schmetterlinge im Bauch, wenn sie verliebt sind?

Was zählen Schafe, wenn sie nicht einschlafen können?

 

Kriegen die Mitarbeiter der Tee fabrik auch mal eine Kaffeepause?

 

Was passiert, wenn man sich zweimal halbtot gelacht hat?

 

Warum haben 24-Stunden-Tankstellen Schlösser an den Türen?

 

Wenn man einen Schlumpf würgt, in welcher Farbe läuft er dann an?

 

Wenn Chinesen auf Hoch zeiten Reis werfen, werfen Mexikaner dann Kakteen?

 

Wie pustet ein feuer speiender Drache seine Geburtstags kerzen aus?

 

Wer hatte bloß die Idee, ein S in das Wort „lispeln“ zu stecken?

 

Warum möchten Kinder aus dem Kinder paradies abgeholt werden?

 

Macht man den Meeres spiegel kaputt, wenn man in See sticht?

 

Wie verpackt man Styropor­kügelchen, wenn man sie verschicken will?

 

Sind Uhren nicht beleidigt, wenn man sie immer aufzieht?

 

Können sich Eltern, die sich mit ihrer Tochter verkracht haben, überhaupt irgendwann mit ihr aussöhnen?

 

Wann wird endlich der Niagara fall gelöst?

 

Wenn nichts an Teflon klebt, wie klebt es dann an der Bratpfanne?

 

Wie viele Zitronen schafft so ein Zitronen­falter pro Tag?

 

Warum ist das Ansetzen des Rotstifts eine so bewährte Methode, wieder schwarze Zahlen zu schreiben?

 

Heißen Teig waren Teig waren, weil sie vorher Teig waren?

 

Ist das nicht Urkunden­fälschung, wenn man Aktien zeichnet?

 

Sind eigentlich alle Bewohner der Sahara Wüstlinge?

 

Wenn jemand in einem Klär werk arbeiten möchte, sollte man ihm dann vorher zu einem Schnupper­praktikum raten?

 

Ist Morgen grauen der Moment, in dem man realisiert, dass man wieder zur Arbeit muss?

 

Darf man in einem Wein keller auch mal lachen?

 

Macht vier plus vier sieben wenn man nicht acht gibt?

 

Wenn Hasen pfoten Glück bringen, warum werden dann so viele Hasen überfahren?

 

Leben Verheiratete länger oder kommt ihnen das nur so vor?

 

Warum glauben einem die Leute sofort, wenn man ihnen sagt, dass es am Himmel 400 Milliarden Sterne gibt, aber wenn man ihnen sagt, dass die Bank da frisch gestrichen ist, dann müssen sie draufpatschen?

 

Glauben Ärzte ihren Patienten, wenn diese behaupten sie leiden unter Schwindel­anfällen?

 

Darf ein Hund, der schon mal eine Wurst gestohlen hat, noch Polizeihund werden?

 

Wenn ich gerne Kaviar esse, bin ich dann rogenabhängig?

 

Sind Computer­messen nur was für katholische Computer?

 

Wie erkenne ich, dass bei meiner Schild kröte die Beruhigungs­tablette wirkt?

 

Warum muss man sitzen, wenn man gestanden hat?

 

Warum verabschiedet der Bundestag ständig neue Gesetze, die er gar nicht begrüßt hat?

 

Darf der Zahnarzt auch mal in der Nase bohren?

 

Heißt der Gehilfe des Schönheits­chirurgen Liftboy?

 

Muss auf Schiffen der Ofen, in dem die Brötchen gebacken werden immer links stehen, bloß weil da Backbord ist?

 

Stehen Feuer­schlucker auf gebrannte Mandeln?

 

Wenn ein Komiker ins Gefängnis muss, ist das dann „Lachhaft“?

 

Wie kann man in einer Bundeswehrkantine Speisen zu zivilen Preisen anbieten?

 

Wenn man der Feuerwehr Geld zukommen lassen will, ist dann eine Brandstiftung angesagt?

 

Sind Leseratten die Versuchstiere von Buchverlagen?

 

Ist ein Keks, der unter einem Baum liegt, nicht ein wunderbar schattiges Plätzchen?

 

Wenn der Schnürsenkelvertreter Schnürsenkel verkauft und der Staubsaugervertreter Staubsauger – wie war das dann nochmal mit dem Volksvertreter?

 

Tauft man eine Champagnerfabrik, indem man ein Schiff dagegen wirft?

 

Ist der perfekte Geburtstagskuchen für Informatiker der Googlehupf?

 

Sagt die Holzwurm-Mama abends zu ihren Kindern: ‚Husch, husch ab ins Brettchen‘?

 

 

 

(Quelle: SWR3 – Filosophie)







Tatort Internet – JAGT SIE!

Veröffentlicht: 19. Oktober 2010 in Cosmopolitische Überlegungen

Mit Entsetzen habe ich heute auf Youtube die Folgen gesehen, die Stephanie zu Guttenberg mit ihrem prominenten Namen protegiert. „Tatort Internet“ stellt auf beängstigende Weise bloß, wie normal diese verachtenswerten Kinderschänder mit der Situation umgehen, sich mit einem minderjährigen Kind zu treffen und dann auch noch den jungen Menschen als sexuelles Wesen darzustellen. Unglaublich!!! Leider ist es aber so, dass die Tatsache, dass sie bei einem „Date“ mit einem Kind erwischt wurden, nicht zu einer Anklage reicht. Schade – finde ich. Sehr, sehr schade!

 

Ganz besonders entsetzt hat mich Catweazle. Er vergewissert sich vorher mehrmals, ob sein 13-jähriges Opfer auch tatsächlich alleine zuhause ist. Der Schauspielerin wird mulmig, zu recht, wie sich heraus stellt. Mit im Handgepäck hat er Rasierzeug, um sie „von den lästigen Haaren zu befreien“. Als er gestellt wird, leugnet er. Konfrontiert mit der Realität gibt er zu sich „nicht ganz korrekt verhalten zu haben“. Ermittlungen ergeben, dass er bereits vor Jahren wegen sexuellem Missbrauch an Minderjährigen bestraft worden ist. Seine einzige Sorge: WAS KOMMT JETZT AUF MICH ZU? ERFÄHRT ES MEINE FRAU?

 

Ein 57-jährigen Studienrat entblößt sich vor einem 13-jährigen Chatbekannten, in den er „verknallt“ ist. Onanierend wird er vom Team gestellt und ist sich keiner Schuld bewusst.

 

Ein 51-jähriger Hartz4-Empfänger gibt vor seinem Chatbekannten zu schon öfter Sex mit Minderjährigen gehabt zu haben und hat 5 Handys bei sich, in denen die Namen der Jungen mit der Altersangabe versehen sind.

 

Ein Mitte 30-jähriger bringt zum Date ein befreundetes Ehepaar mit, dass die Sexspiele mit der 13-jährigen im Hotel filmen sollte.

 

Ein Anfang 30-jähriger hat nach Entblößung nur noch die Konsequenzen für seinen Job im Kopf.

 

Ein Mitte 40-jähriger meint ernsthaft, er wollte die 13-jährige nur warnen sich nicht auf Männer wie ihn einzulassen.

 

Ich konnte all das nicht fassen und habe mich im Chat bei Knuddels.de als 13-jährige ausgegeben, mich in keinster Weise als sexuelles Wesen zu verstehen gegeben und es hat sage und schreibe 2 Minuten und 37 Sekunden gedauert, bis mich ein Mann mit dem Chatnamen KELD anschrieb und mich fragte, ob ich schon mal Sex hatte. Ich habe den Chat sofort unterbunden, weil ich nicht wissen wollte, was er mich noch gefragt hätte und wozu er das genutzt hätte. Abartig, dass ein erwachsener Mann onanierend vor dem Rechner sitzt, angeturnt von dem Gedanken sich mit einer 13-jährigen zu unterhalten…

 

Was zur Hölle ist mit der Gesellschaft los, wenn wir uns an wehrlosen Kindern vergreifen und dann auch noch die Chuzpe haben diese als sexuelle Wesen zu verkaufen, die das Geschehene selbst forciert haben? Reicht die eigene Männlichkeit nicht mehr um sich echten Frauen zu stellen? Ich prangere hier keine Männer an, ich prangere Pädophile an, die meiner Meinung nach mit so einer Geschichte ihr Recht auf ein Leben inmitten unserer Gesellschaft verwirkt haben.

Resümierend kann ich nur sagen:

Hut ab vor ihrem Einsatz für ein sichereres Internet für unsere Kinder, Frau zu Guttenberg! Wir brauchen mehr mutige Menschen wie Sie, die für die Schwächsten unter uns in die Bresche springen.

Dass der Sender nicht geschickt gewählt ist, sehe ich auch so, doch wie schrieb ein Bekannter von mir auf Facebook:

„Offensichtlich ist den „Öffentlich Rechtlichen“ dieses Thema viel zu heikel für eine Primetime-Sendung; wahrscheinlich möchte man zu diese Uhrzeit seine „Zielgruppen“ (etc…!!!) nicht erschrecken! Wenn der Schritt zu RTL2 der einzig mögliche war, um zur besten Zeit zu senden, dann bitteschön!“

Ich sehe das absolut genau so und gehe zu 100 % konform!

 

Eine liebe Freundin von mir schrieb:

„Täterschutz vor Opferschutz oder Prävention…. wann wird sich das mal ändern??“

So sehe ich das auch! Genau richtig! Wir machen uns einen Riesenkopf um die Integration von Menschen, die unseren Kindern an die Wäsche wollen. HALLOOOOO???

 

Jagt sie weiter und stellt sie bloß! Je mehr Pädophilen der Prozess gemacht wird, desto wohler ist mir bei dem Gedanken, dass meine Nichte und mein Neffe auch mal alleine durch die Stadt gehen.

WEHRET DEN ANFÄNGEN!!!

Ich bin mir sicher, mit diesem Artikel ganz bestimmt nicht den Nerv aller zu treffen und doch ist es mir ein großes Anliegen dazu Stellung zu beziehen.

Thilo Sarrazin hat in den vergangenen Wochen sehr viel Staub aufgewirbelt und die Frage nach freier Meinungsäußerung auf eine harte Probe gestellt. Sicherlich hat nicht jeder von euch jeden seiner „feingeistigen Momentaufnahmen“, wie ich sie vorsichtig nennen will, nachgelesen und kennt nur das, was die Presse polemisch in alle vier Himmelsrichtungen hinausposaunt.

Selbstverständlich bin ich in vielen Punkten nicht seiner Ansicht, muss mich aber trotzdem schützend vor ihn stellen, denn wir greifen hier einen Mann an, der nicht anderes tut, als seine Meinung zu äußern. Dass die Meinung vielen, unter anderem mir, nicht schmeckt, ist jedermanns eigene Sache.

Ich finde es nicht in Ordnung in einem ach so fatalistisch demokratischen Staat zu leben und doppelzüngig mit dem Thema freie Meinung umzugehen. Warum ist es in Ordnung einen Sarrazin zu verteufeln (wobei ich mir sicher bin, dass er genau diese Reaktion bewirken wollte, denn nur so verkauft sich sein Buch gut), wir aber auf der anderen Seite noch immer nicht darüber nachdenken den Papst zu steinigen, weil er noch immer Kondome in Afrika als Todsünde propagiert?

Ist ein Mann, der Tod und Elend durch das offene Stehen zu seiner Meinung fördert, ehrenvoller, als ein Mann, der behauptet:

„Wir werden auf natürlichem Wege durchschnittlich dümmer“? Ganz ehrlich, diesbezüglich finde ich, er hat recht. Überhaupt will ich mich mal ganz weit aus dem Fenster lehnen und zu einigem seiner Äußerungen Stellung beziehen.

<<Es gebe „eine unterschiedliche Vermehrung von Bevölkerungsgruppen mit unterschiedlicher Intelligenz“, sagt Sarrazin. Intelligenz werde von Eltern an Kinder weitergegeben, der Erbanteil liege bei fast 80 Prozent.>>

Meiner Meinung nach nicht unbedingt ein empirischer Handkantenschlag, sondern faktisch nicht unrichtig!

<<Den Griechen stehen die Schulden bis zum Hals. Während Deutschland und die Europäische Union den klammen Griechen Kredite in dreistelliger Milliardenhöhe zusichern, hat der Aufreg-Politiker und Bundesbank-Vorstand so seine Zweifel: „Mir ist nicht klar, wie ein Land mit einem derartigen Schuldenberg dauerhafte Perspektiven haben soll“>>

Jupp, sehe ich genau so!

<<Bis sich der Bundesbank-Vorstand mal wieder über seine eigene Sicht der Berliner (Bildungs-)Verhältnisse äußerte und gegen Eltern, die ihren Kindern Fernseher in die Kinderstube stellen, ausholte: „In Wedding steht in 45 Prozent der Kinderzimmer ein Fernseher, in Westend nur in 4,5 Prozent.“ In Wedding gäbe es darüber hinaus eine höhere Quote an Fettleibigkeit. Klare Ansage: Wer weniger TV schaut, der isst auch weniger – ein logischer Kausalzusammenhang und ein deutlicher Sarrazin.>>

Gehe ich wieder konform!

<<Zum Programmentwurf der Linkspartei äußerte er sich jüngst folgendermaßen: „Das ist eine Ansammlung von verstaubten Asservaten aus dem ideologischen Museum.“>>

Ewiggestrige sind, egal ob rot oder braun, nicht akzeptabel. Sehe ich genau so!

<<Für den Euro sieht Sarrazin keine Gefahr: „Das hat mit dem Thema Währung nichts zu tun. Dass General Motors in die Insolvenz gegangen ist, hat den Dollar nicht beeinträchtigt. Wieso soll es den Euro beeinträchtigen, wenn Griechenland mit 300 Milliarden Euro insolvent geht?“>>

Touché!

<<„Wenn die Hausaufgaben nicht gemacht werden, dann wird eben das Kindergeld um 50 Prozent gekürzt“>>

Schwachsinn! Wo geht da die Kontrolle los und ab wann müssen wir das Gremium Gestapo nennen? Totaler Quark!

<<„Wenn die Energiekosten so hoch sind wie die Mieten, werden sich die Menschen überlegen, ob sie mit einem dicken Pullover nicht auch bei 15 oder 16 Grad Zimmertemperatur vernünftig leben können.“>>

…sagt einer, der in seiner schicken Dienstwohnung ganz sicher NICHT friert!

<<„Ich rate der Bundeskanzlerin, sich mal im stillen Kämmerlein einzuschließen, zwei Tage ruhig nachzudenken und sich zu überlegen, was sie wirklich will – und das dann auch durchzusetzen“>>

Yeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeees!!!

<<Sarrazins Thesen zu einem angeblichen Gen, das sich „alle Juden teilen“.>>

Gefährlich und absolut irre, sowas so zu formulieren und zu denken. Beginnen wir dann morgen alle zu deportieren, die eine Hemiparese haben? Dann wäre Sarrazin der erste!!!

<<„Hartz IV Empfänger sind häufig zu Hause, haben es gerne warm, und regulieren die Zimmertemperatur oft mit dem Fenster.“>>

Spricht er da aus Erfahrung oder woher nimmt er so einen Schwachsinn???

<<„Kalt duschen ist doch eh viel gesünder. Ein Warmduscher ist noch nie weit gekommen im Leben.“>>

Ich dusche wahnsinnig gerne heiß – und so ganz unerfolgreich bin ich auch nicht, oder?

<<„Ihr seid alles Arschlöcher.“ (Zu protestierenden Studenten, die im Herbst 2003 sein Büro besetzt hatten)>>

Eine menschliche Geste, die allerdings keiner öffentlichen Person zusteht. Sowas ist ein absolutes NO GO!

<<„Je niedriger die Schicht, umso höher die Geburtenrate.“>>

Das geht schon krass in Richtung Mengele. Pfui!

<< „HERR FRIEDMAN, HEUTE WAREN SIE EIN ARSCHLOCH!“>>

Seine freie Meinung. Der sinngemäße Kommentar des Bild-Kolumnisten Henryk M. Broder: „Sarrazin hat Unrecht. Friedman ist kein Arschloch, er ist en selbstverliebtes Riesenarschloch.“ Warum regt sich niemand darüber auf?

(Original: „Thilo Sarrazin hat gesagt, Michel Friedman wäre ein Arschloch. Weil ein Mann von Welt ein Kompliment, das ihm gemacht wurde, nicht für sich behalten kann, rennt Friedman zur BILD-Zeitung und erzählt ihr, was Sarrazin über ihn gesagt hat. Die macht daraus eine Titelgeschichte. Jetzt wissen fünf Millionen BILD-Leser, dass der Sarrazin den Friedman ein Arschloch genannt hat. Das ist nicht nett und, wie unsere Kanzlerin sagen würde, überhaupt nicht hilfreich. Und außerdem stimmt es nicht. Friedman ist ein selbstverliebtes Riesenarschloch. So, das musste mal gesagt werden.“)

Quintessenz:


Sarrazin ist kein Sympathisant, kein Filantrop. Er ist ein Realist, ein Analytiker, ein Polarist und ein sehr guter Verkäufer. Oder meint ihr echt, sein Buch hätte sich ohne diese Presse so gut verkauft???

Ich habe die Nacht ein wenig mit Recherchen verbracht und mich mal ein wenig mit dem Thema „Street View“ angefreundet oder zumindest mich damit vertraut gemacht und habe auch hier eine sehr ambivalente Meinung.

Auf der einen Seite finde ich es sehr praktisch mir geplante Urlaubsziele schon mal anschauen zu können, mich zu informieren wo ich einen Hundepark finde und ob mir die Gegend allgemein zusagt. Natürlich greift hier das Argument, dass Google nichts zeigt, dass nicht vor Ort eruierbar wäre.

Auf der anderen Seite sträuben sich mir die Nackenhaare, wenn ich bedenke, was Street View Stalkern, Pädophilen, Sensationslustigen, Paparazzi, etc (die Reihe wäre endlos fortführbar) für Möglichkeiten bietet. Wenn irgendein Volldepp an deine Adresse kommt und quasi permanent beobachten kann wer vor deinem Haus parkt. Wenn andere in der Lage sind dein Haus mit Fluchtwegen auszukundschaften ohne dass du auch nur zu einer Reaktion in der Lage bist…

Ist ein Zaun nicht schon ein oder besser DAS deutliche Zeichen, dass man sich ein wenig Privatsphäre wünscht? Was bitte schön, muss man noch tun, um ein wenig Intimität leben zu dürfen? Ist die Lösung eine Finka auf dem Mars? Aber selbst das wäre eine Frage der Zeit, bis die „ermittelt“ ist.

Ich sehe in Street View eine große Beschneidung meiner Selbstentscheidung und ein Potential für alle, die sowieso schon ein Problem damit haben Grenzen zu akzeptieren. Ich möchte nicht wissen, wie viele eifersüchtige Männer/Frauen demnächst pausenlos am Arbeitsplatz checken wer zuhause ein und aus geht.

In meinen Augen ist es nicht erstrebenswert immer über alles und jeden informiert zu sein, schon gar nicht gegen sein Wissen und Wollen. Muss man heutzutage sein Privatleben komplett aufgeben, wenn man es wagt beruflich einen Schritt in die Öffentlichkeit zu gehen?

Wo bitte schön bleibt hier der viel besagte, oft zitierte erste Abschnitt im Grundgesetz? Er müsste, um zumindest noch sporadisch legitimiert zu sein, ein wenig abgeändert werden.

„Die Würde – aber nicht die Privatsphäre – des Menschen ist unantastbar – aber nicht unbeobachtbar!“

Gott ist groß!

Veröffentlicht: 17. August 2010 in Cosmopolitische Überlegungen

Mit großem Interesse verfolge ich die Kontroverse, über die sich ganz Amerika gerade schwachsinnig diskutiert. Die Frage, die im Raum steht, nämlich ob am Ground Zero eine Moschee errichtet werden soll, wurde von dem mächtigsten Mann wie folgt kommentiert. Seiner Meinung nach habe ein jeder Amerikaner „…dasselbe Recht wie alle anderen in diesem Land, ihre Religion auszuüben.“

Durch Amerika ging ein Aufschrei der Entrüstung!!! Eine Moschee an dem Ort, an dem militante Moslems den Tod von mindestens 2993 in einem terroristischen Massenmord forcierten???

Mittlerweile ist Obama zurück gerudert und meint, es ginge ihm in seiner Aussage um das in der Verfassung verankerte Recht auf Religionsfreiheit. Auch aus den eigenen Reihen, etwa von Harry Reid, wurde er daraufhin scharf attackiert.

Ich muss ehrlich sagen, dass ich diesbezüglich sehr – sagen wir vorsichtig: ambivalent bin.

Einerseits wäre es eine große, hasssprengende, vergebende Geste, die ein Zeichen setzen würde, dass der ganzen Welt symbolisiert, dass Amerika in der Lage ist seinen Feinden zu verzeihen. Nichts wird auf dieser Welt in einer Zeit, in der Wettrüsten und demonstratives Kräftemessen – derzeit am stärksten in Nord-Korea – jederzeit präsent sind, wichtiger, als sich großmütig zu vergeben und bereit zu sein die Vergangenheit auch das sein zu lassen, was sie ist. Nämlich die Vergangenheit.

Doch in mir überwiegt der Teil, der sagt, dass das Zeichen der großen Geste sicherlich übermenschlich wäre, doch ich frage mich, in wie fern der Westen die Mutter Theresa östlichen Fundamentalismus sein muss? Ich glaube nicht, dass man ALLES verzeihen kann und vor allem auch muss! Und wenn von Respekt und Vergebung die Rede ist: wo bleibt dann ein christilicher Dom genau neben der Kaaba in Mekka??? Eine Synagoge in Palästina? Eine katholische Mädchenschule in Kabul?

Meiner festen Überzeugung nach ist eine Moschee am Ground Zero ein Affront für all die Angehörigen derer, die am 11. September 2001 unschuldig am Hass einiger weniger zerschellt sind. Das heißt nicht, dass ich den Bau der Moschee kategorisch negiere, ich finde nur den Ort und die damit zusammen gehörige Intention mehr als fragil!!!

Toleranz bedeutet nicht nur vergeben zu können. Toleranz bedeutet auch über seinen Tellerrand hinaus zu schauen und seinen Hass mit Logik und Verständnis anzugehen. Statt seine Energie darauf zu verwenden lauthals ein Zeichen islamischer Kultur an dem Ort zu fordern, der für die westliche Welt eine große klaffende Wunde hinterlassen hat, sollten eben jene alles tun, damit Hass nicht noch einmal so eskaliert und die Menschheit in Unsicherheit und Fremdenhass kultivieren lässt!


An dem Tag, an dem ein weiblicher Mullah den Pilgern in Mekka die Lehren Mohammeds nahe bringt, bin ich die erste, die die Kelle in die Hand nimmt und eine Moschee baut – und wenn es sein muss direkt in meinem Garten!!!