Pardon an Wolfgang Griesert!

Veröffentlicht: 23. August 2013 in Uncategorized

Als ich im Mai diesen Jahres begann mich für die Belange des ehemaligen Güterbahnhofs einzusetzen, fügte sich nur nach und nach das seltsam konstruierte Mosaik zusammen, das durchblicken ließ, wie es tatsächlich beim Verkauf des Geländes gelaufen sein muss.

Nach Abwägung aller Fakten war für mich, als absolutem Logiker, nur ein Schluss der nächstliegende. Wie konnte der ehemalige Stadtbaurat Wolfgang Griesert zulassen, dass die „Lebensquelle e.V.“ in den Besitz des Filetstücks kommen konnte. Die Glaubensgemeinschaft geriet besonders nach einer Reportage von Marcel Trocoli-Castro auf OS1-TV  in den Fokus der Öffentlichkeit, da die Einstellungen und Praktiken dieser Vereinigung – nennen wir sie mal – fragwürdig sind.

Ich drang tiefer in die Materie ein und beschäftigte mich das erste Mal in meinem Leben mit dem Baurecht, sah Handelsregistereinträge ein und ließ mir Bonitätsberichte zuschicken.

So, wie Frank Henning die Situation lautstark in die Presse posaunt hatte, schien es tatsächlich Sinn zu machen.

Bei Kalla Wefels Heimatabend, der genau diese Thematik in den Vordergrund gestellt hat, traf ich erstmals auf Herrn Griesert, den ich offen skeptisch mit Fragen konfrontierte. Er kam direkt von der Bühne auf mich zu und erklärte, dass er sich schon lange mit mir unterhalten wolle. Zu meiner Verwunderung wich er keiner meiner Fragen aus und stellte sich jeder noch so kleinen Zensur. Ein Satz, den er sagte, machte mich extrem skeptisch. Er sagte: „Frau Matijevic, ich konnte doch nichts machen. Pistorius hat mir das untersagt.“

Ich war verwirrt und extrem genervt, dass mir der OB-Kandidat der CDU (AUSGERECHNET!!! Wenn es neben den erklärten Schwachsinnsparteien wie PBC, REP, NPD, etc. irgendeine Partei gibt, mit der ich im Leben nicht ideologisch übereinkommen könnte, dann ist das die CDU!!!) nicht nur plausibel und fundiert seine Lage erklären konnte, sondern dabei auch noch so tierisch sympathisch war.

Es konnte doch nicht sein, dass Griesert, den ich mit der Inbrunst eines Nicht-CDU-Wählers verabscheute, die Wahrheit sagte?!? Wir verabredeten uns am nächsten Tag zu einem persönlichen Gespräch im Rathaus.

Die Zeit dazwischen nutzte ich, um eine neue Fährte aufzunehmen. Der Satz, den Griesert mir gegenüber fallen gelassen hatte, ließ mir keine Ruhe.

Der Zufall wollte es, dass Dietmar Schreyer, der Sohn eines der Teilhaber von Schreyer und Schilling (Vorbesitzer Güterbahnhof), den Kontakt zu mir aufbaute. Wir sprachen lange miteinander und was mir Herr Schreyer dort am Telefon eröffnete, ließ mich kurzzeitig glauben Statistin bei „Erin Brockovich“ zu sein.

Schreyer versicherte mir, dass Boris Pistorius sowohl seinem Vater, als auch ihm persönlich am Telefon gedroht habe, dass Pistorius „dafür sorgen wolle, dass Schreyer in Osnabrück kein Bein  mehr an den Boden bekommt“, wenn er den Teil an der Hamburger Straße der Stadt Osnabrück nicht kostenlos zur Verfügung stellen würde.

Pistorius habe, so Schreyer, die damaligen Inhaber des Geländes damit gelockt, (wohlgemerkt im Oktober 2011) dass er ihnen in Aussicht stellte, am Güterbahnhof die Veltins-Arena bauen zu können, wenn dieses gegenseitige Quit pro quo vonstatten gegangen sei.

Schreyer allerdings fand heraus, dass der Rat den Bau eben dieser Arena bereits im Juni 2011 (!!!) abgelehnt hatte. Insofern muss Pistorius gewusst haben, so schlussfolgerte Schreyer, dass der vorgeschlagene Deal auf einer Lüge aufgebaut war.

Fassungslos von dieser ungeheuerlichen Nachricht setzte ich mich mit Heiko Pohlmann und auch Marcel Trocoli Castro zusammen. Dietmar Schreyer ist für mich ein Ehrenmann, an dessen Wort ich zu keinem Zeitpunkt gezweifelt habe. Auch dass er zu jedem Zeitpunkt bereit war zu seinen Aussagen zu stehen, gab mir Gelegenheit, meine Position zu überdenken. Eine Kungelei zwischen Griesert und Schreyer, das wusste ich nach spätestens zwei Wochen, konnte ich ausschließen.

Dieser Wolfgang Griesert, der eindeutig der falschen Partei angehört, ist nach Schreyers Aussagen der Einzige, der bei all den Vorwürfen und Anschuldigungen die Wahrheit gesagt hat!!! Nun ergaben auch all meine Nachforschungen endlich einen Sinn!

Ich bin geschockt, dass Boris Pistorius diese Aussagen tatsächlich getätigt haben soll. Herr Schreyer ist sich seiner Behauptungen bewusst und hat sogar erklärt sie an Eides statt zu bestätigen.

Daher ergibt sich für mich nur ein Resümee:

Herr Griesert, es tut mir leid, dass ich Sie öffentlich kritisiert und Sie beschuldigt habe Ihren Job nicht richtig gemacht zu haben. Sicher hätte man genauer recherchieren können, doch nach unserem Gespräch im Rathaus, in dem Sie mir offen erklärten, dass es ein 6-seitiges Dokument für den Rat gegeben hat, der Auskunft und Fragestellung zur Lebensquelle e.V. ermöglicht hat, sehe ich eine Mitschuld auch bei den Mitgliedern des Rates, die heute lautstark den Schwarzen Peter zu Ihnen schieben.

Ich spreche Ihnen für Ihren Wahlkampf als Einzigem das Rückgrat zu, in jedem Moment der Diskussion ehrlich und wahrheitsbezogen gehandelt und argumentiert zu haben. Sie wissen sehr genau, dass ich nie ein Freund Ihrer Partei werde, doch Sie, Herr Griesert, sind ein aufrichtiger, zuverlässiger und kompetenter Mann, dem ich das Amt des Oberbürgermeisters von Herzen gönne!

In diesem Sinne,

Daniela Matijevic

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Kommentare
  1. RESPEKT gebührt dem, der sich Fehler eingesteht! So viel Courage braucht diese Stadt. Leider kann man das von einigen „Politikern“ dieser doch so schönen Stadt nicht behaupten!

    Frau Matijevic, meine Hochachtung! LG

    ps: Zu den anderen, mich erschütternden, Informationen, vermag ich hier nichts äußern…

  2. Heiko Panzer sagt:

    nur weil jemand nicht die Unwahrheit sagt, hat er sich noch lange nicht mit Ruhm bekleckert

    • Katja K. sagt:

      …womit auch Heiko Panzer eingesteht, dass zumindest Boris Pistorius, vielleicht aber auch Frank Henning, über die tatsächlichen Hintergründe des Güterbahnhof-Deals gelogen haben und daher bewusst Wolfgng Griesert (damals noch Befehlsempfänger des OB) heute mit allerlei Vorwürfen eindecken (Schlammschlacht wäre wohl zu harmlos)!

      • Heiko Panzer sagt:

        Hallo Katja, da ich nur eine Zeile geschrieben habe, ist es schwer möglich zwischen den Zeilen etwas zu lesen was hier nicht geschrieben steht.

  3. Weil ich hier auch namentlich genannt werde, kurz zum Hintergrund meines Involvements in die Sache, sowie eine kleine Ergänzung.
    Ich habe bis Anfang des Jahres den Blog I-love-OS.de betrieben, der eigentlich schon längst und mit neuem Konzept wieder online sein sollte… aber ich bin halt Perfektionist und muss nebenbei auch noch arbeiten – das ist jedoch eine andere Geschichte.

    Im Zusammenhang mit meinem alten/neuen Blog habe ich seit Mai, ähnlich wie Daniela, einiges über die Hintergründe des „Güterbahnhof-Monopolys“ recherchiert; mehr dazu in Kürze auf http://www.hasepost.de (wenn ich denn endlich wieder online gehe).
    Daniela hat von mir im Zusammenhang mit dem Güterbahnhof vor einigen Wochen meine bisherigen Recherche-Ergebnisse bekommen, die sich zu dem Zeitpunkt aber vor allem auf die Hintergründe zu den jetzigen Eigentümern Ralf Gervelmeyer und dem „Schattenmann“ Thomas A. Gründler (und seine zahlreichen Firmenbeteiligungen) konzentrierten.
    Auf Basis der mir vorliegenden Chronologie kann ich Daniela in einem Punkt korrigieren bzw. ergänzen (der im Kommentarbereich schon aktiv gewordene Genosse und Stadtrat Panzer kann das vermutlich ebenfalls bestätigen): zwar hatte der Osnabrücker Rat tatsächlich im ersten Halbjahr 2011 schon die Sanierung der maroden Stadthalle auf den Weg gebracht, in der letzten Sitzung vor der Sommerpause und vor der Kommunalwahl (die war am 11.09.2011) hat aber OB Pistorius nochmal um Aufschub der finalen Entscheidung bis nach der Kommunalwahl gebeten.
    Dieser selbstgewählte Druck – in der Sommerpause und direkt vor der Kommunalwahl – eine schnelle Arena-Lösung herbeizuverhandeln, erklärt vielleicht die von Daniela recherchierten „Rüpel-Methoden“ unseres ehemaligen Oberbürgermeisters und jetzigen niedersächsichen Innenministers. Zur Erinnerung, bevor uns Herr Pistorius zusammen mit Frank Henning (der allerdings seinen Sitz im Stadtrat nicht abgeben will) nach Hannover verlassen hat, war die Bilanz der SPD alles andere als rosig. Die Konversion der Kasernenflächen auf dem Limberg gescheitert, den Güterbahnhof für schlappe 2,7 Mio. Euro selbst zu kaufen hatte man verschlafen, die Idee eines Einkaufscenters am Neumarkt sorgte (und sorgt) für reichlich Widerstände und die CDU war kurz davor im Rathaus erneut stärkste Partei zu werden.
    Musste da „auf Biegen und Brechen“ ein Erfolg her – was wäre das für eine Schlagzeile gewesen, wenn OB Pistorius für Osnabrück (und seine SPD) so kurz vor der Kommunalwahl eine Lösung für den Güterbahnhof gefunden hätte?

    Mehr zur Chronologie des Güterbahnhof-Monopolys hier (PDF): http://www.hasepost.de/gueterbahnhof-monopoly-1.pdf

    • Danke, Heiko, für die Korrektur dieser Angabe. Ich möchte mich noch kurz zu meiner Intention äußern, da ich, seit Veröffentlichung des Artikels mit Kommentaren quasi erschlagen werde.
      Es ist weder meine Absicht Grieserts Wahlkampf zu pushen, noch für ihn Partei zu ergreifen. Es geht primär kein Stück darum, ob er die Wahrheit gesagt hat. Vielmehr ist für mich absolut erschütternd (Heiko kann bezeugen, wie fassungslos ich war, kurz nachdem ich erfuhr, wie es wirklich gelaufen ist. Wir trafen uns keine 20 Minuten später und es dauerte sicher noch 1,5 Std, bis ich aufhören konnte zu zittern), dass Boris Pistorius, indem er Schreyer gedroht haben soll, den demokratischen Grundgedanken mit Füßen getreten hat! Es kann und darf nicht sein, dass ein Oberbürgermeister wie Ludwig der XIV. Osnabrück regiert und jedem Transfer seinen Willen aufdrückt! Herr Schreyer ist bereit seine Aussage an Eides statt zu versichern. Ob Pistorius das Gegenteil ebenfalls beschwört?!?
      Die ganzen Schweinereien, mit denen das Ende von Schilling und Schreyer initiiert wurde, habe ich hier noch vollkommen außen vor gelassen. Man sollte nicht glauben, dass ich ein naives Dummchen bin, dass jedes Wort für bare Münze nimmt, nur weil man mir ein eloquentes Lächeln schenkt. Ich prüfe alle Fakten selbst etliche Male und lasse andere noch von oben drauf schauen.
      Heute, ca. drei Wochen nachdem ich mit Schreyer sprach, habe ich für mich alle Indizien und Fakten zusammen, um guten Gewissens diesen Artikel zu veröffentlichen.

      Ich war, bin und werde nie ein Freund der CDU sein, doch es geht hier schon lange nicht mehr um meine persönliche politische Einstellung, sondern nur noch darum, dass alle Osnabrücker das Recht haben, zu erfahren, wer tatsächlich die Fäden gezogen hat und vor allem: mit welchen Mitteln!

      • Hier noch ein kleiner Edit zu Heiko Panzer:

        Ich kenne Heiko Panzer schon seit zig, zig Jahren als sehr engagierten, ehrlichen und zuverlässigen Menschen. Auf ihn würde ich niemals etwas kommen lassen. Von daher: Heiko, wenn wir uns zum Kaffee treffen, weih ich dich mal in die ganze Geschichte ein. Du weißt, dass ich niemals Fürsprecher der CDU wäre, wenn ich nicht begründete Zweifel an einem Genossen der SPD hätte.

    • Fakt aber ist, dass die Sanierung der Stadthalle im Juni 2011 beschlossen wurde. Ich denke, dass Pistorius sich anhand dieser Tatsache hat ausmalen können, wie realistisch sein an Schreyer und Schilling unterbreitetes Angebot des Baus der Veltins-Arena schlussendlich sein würde.
      Gerne aber kann uns Herr Pistorius seine Gedanken zu eben diesem Deal mitteilen…! Herr Schreyer ist bereit seine Aussagen an Eides statt zu versichern. Herr Pistorius wohl auch?!?

  4. Oliver Röseler sagt:

    Beim Heimatabend war ich auch da und konnte anschließend noch mit Herrn Griesert kurz sprechen.Mir geht es seitdem ganz genau wie Dir.Mit Fassungslosigkeit stelle ich fest,daß ich wahrscheinlich bei der OB-Wahl zum ersten Mal im Leben CDU wählen werde…

  5. Oliver Röselerma zu sagt:

    Was mich jetzt noch interessieren würde:Warum sahen Schilling u.Schreyer sich genötigt ihre Firma zu verkaufen?

    • Die Gelegenheit möchte ich Dietmar Schreyer persönlich geben, das zu erklären.
      Nur soviel: es spielten zB plötzlich nicht abgenommene Brandschutzbestimmungen eine Rolle und es gab von Seiten der Stadt (nicht initiiert durch Griesert – im Gegenteil, der hatte als einziger den Mumm sich bei Schreyer schriftlich zu entschuldigen) Repressalien, die die Mieter des Geländes zur Kündigung zwangen. Das Gelände wurde von Mieter zu Mieter, die plötzlich absprangen, unrentabler. Eine geplante Fotovoltaik-Anlage wurde von der Stadt nicht genehmigt und Schreyer verkaufte mit Schilling an Gervelmeyer.
      Dazu mehr bald hier: Dietmar Schreyers Sicht der Dinge!

  6. Ich habe Herrn Griesert kürzlich beim Sommerfest der Feuerwehr am Limberg kennengelernt. Mir ging es ähnlich: „Nee, den kannst Du nicht wählen, der ist in der CDU“
    Trotzdem ein wirklich sympathischer Typ. Meine Stimme bekommt er – CDU hin oder her… 🙂

  7. Dietmar Schreyer sagt:

    Guten Tag,

    mein Name ist Dietmar Schreyer und wie Frau Daniela Matijevic bereits erwähnt hat bin ich seinerzeit mit der Verwaltung der Fläche „Hamburger Str.“ betraut gewesen und natürlich am Namen zu erraten der Sohn eines der Teilhaber der Schilling und Schreyer GmbH. Der Verkauf eines Unternehmens kann viele Gründe haben. Sicherlich waren hier wirtschaftliche Gründe mit tragend. Gerade in Hinblick auf „plötzliche Nutzungsentzüge“ Seitens der Stadt den ehemaligen Mietern gegenüber. Die dazu führen, dass sie evtl. irgendwann einmal eine Fläche haben, die „Entmietet“ ist.
    Wenn sie dann, nicht einmal eine Fotovoltaik Anlage genehmigt bekommen, weil das Grundstück in der Innerstädtischen Lage von der Stadt als „zu wertvoll“ hierfür angesehen wird. Müssen sie sich überlegen was sie wirtschaftlich darstellen wollen oder möchten.
    Die ehemalige Eigentümerin jedenfalls hat nie irgendwelche kulturellen Aktivitäten verhindert oder behindert. Den Inhalt des von Frau Daniela Matijevic verfassten Artikels kann ich, was meine Gespräche und Erfahrungen mit der Stadt OS betrifft nur noch einmal bestätigen und muss mich bei allem Respekt schon fragen, warum man sich nicht mit Ruhm bekleckert wenn man die Wahrheit sagt! Auch muss ich ehrlich sagen, dass man einem wirtschaftlichen Unternehmen nicht unbedingt vorwerfen darf kein Unteresse an „Verschenken“ auch nur eines Teils eines Grundstückes zu haben.
    Über alle Gegebenheiten dieses Themas zu schreiben würde sicher den Rahmen sprengen und wirklich schwierig sein es halbwegs verständlich zu Formulieren. Für den Teil meiner Familie möchte ich aber eindeutig und unmissverständlich klarstellen, dass wir keinerlei Diffamierungen und Entwürdigungen gegen irgendwelche Menschen dulden. Das schließt Homosexuelle Menschen und auch mich selber mit ein. Ich hatte in den letzten Wochen Gelegenheit mit Frau Daniela Matijevic zu sprechen und möchte an dieser Stelle sagen, dass ich in Persona zu allen von ihr wiedergegebenen Bestandteilen unserer Gespräche stehe. Auch verfolgen weder meine Familie noch ich irgendwelche Ambitionen politischer Art die uns bewegen könnten Stimmung auch nur für eine Seite machen zu wollen. Ich habe, wie anscheinend Herr Griesert auch, Frau Matijevic als kompetente, freundliche und aufrichtige Person kennen gelernt, der an der Vermittlung der Wahrheit gelegen ist. Es macht also wenig Sinn, durch Verunglimpfungen und „dumme Kommentare“ die Geschichte umdrehen zu wollen. Es wäre schön wenn es mehr Menschen geben würde, die einmal diesen Anfang wagen, sich Entschuldigen und ihr Interesse an einen miteinander zu Ausdruck bringen würden. Sicher können Sie sich vorstellen, dass auch ich nicht ganz sicher bin, was mir nun noch passieren könnte. Immerhin war es noch nie ganz ungefährlich die Wahrheit zu sagen und das macht auch mir Angst. Vielleicht eine abschließende kleine Redensart die einige von Ihnen kennen werden und die meines Wissens nach zumindest durch Sitting Bull bekannt gewordene alte Lebensweisheit: „Urteile nie über einen Menschen, bevor Du nicht einen halben Mond lang in seinen Mokassins gegangen bist“ In diesem Sinn möchte ich alle an dieser Diskussion beteiligten bitten einmal zu prüfen ob ihnen der Schuh des anderen passt und wenn nicht wie lange man darin laufen kann.

    Dietmar Schreyer

  8. B. Viebrandt sagt:

    Wer hier anhand des Artikels vorwirft, den Wahlkampf „zu pushen“ oder Stimmung machen zu wollen sollte noch einmal über den demokratischen Gedanken im allgemeinen und über die Grundrechte des Menschen „en detail“ nachdenken, sind doch genau diese Grundrechte eng mit den Menschenrechten verknüpft! Hier sollte insbesondere der Begriff „Egalität“ vielleicht nochmal gegoogelt werden?

    Sich öffentlich zu entschuldigen ist etwas, dass vielen Menschen schwer fällt – schon alleine dafür gehört es sich, Daniela größten Respekt zu zollen!

    Dass die Wahrheit nicht immer Begeisterung hervor ruft ist hinlänglich bekannt – oftmals tut sie weh, ist schockierend und legt „Abgründe“ offen!

    Ich für meinen Teil bin froh, dass es großartige Menschen wie Daniela gibt, die meinen Wunsch nach Gerechtigkeit teilen, die meine Werte als ihre erachten und die den Mut haben, sich zu positionieren!

  9. Thomas Klein sagt:

    Wolfgang Griesert hat sicherlich einen schriftlichen Vermerk in den Akten der Stadt darüber hinterlassen, dass ihm Boris Pistorius „verboten“ hätte, für die Stadt von der Immobilien-Firma der Deutschen Bahn, der Fa. Aurelis, das Gelände des Güterbahnhofs zu kaufen, wenn es denn so stimmt, und diesen Vermerk werden dann Ratsmitglieder oder der aktuelle Baudezernent Otte bei einer Akteneinsicht nachlesen können.

    Das lässt dann die weitere Frage aufkommen, aus welchem Grund er es dann unterlassen hatte, ein kommunales Vorkaufsrecht durch den Rat beschließen zu lassen, um beim Verkauf dieser Fläche von Aurelis an Dritte ein Wörtchen mitreden zu können. Hat ihm das auch Pistorius verboten ? Ein Vorkaufsrecht wurde dann ja später sogar beschlossen, aber erst nach dem Verkauf von Aurelis. Warum dieser Sinneswandel ?

    Ich frage mich allerdings, warum erst im Wahlkampf Griesert damit auftritt, das ihm als Baudezernent zuzuschreibende Unterlassen am Güterbahnhof nun Pistorius in die Schuhe zu schieben. Hatte Griesert keine Handlungsalternativen, um diese Fläche für die Stadt zu sichern ?

    Als Mitglied des Rates seit November 2011 kann ich sagen, dass die Fläche längst an die Herren Schreyer und Schilling verkauft worden war, als wir Ende 2011 im Rat darüber diskutierten, ob wir statt der Renovierung der OsnabrückHalle für das doppelte Geld eine neue Veranstaltungshalle auf dem Güterbahnhofsgelände bauen sollten. Aber als dann, also Ende 2011, Anfang 2012 klar war, dass das Gelände nicht zu einem realistischen Preis von Schreyer u. Schilling erworben werden konnte, wurde dieses Projekt aufgegeben.

    Aus dem Beitrag von Daniela wird nicht deutlich, zu welchem Zeitpunkt Pistorius seinem Baudezernenten Griesert das Verbot ausgesprochen haben soll: Vor dem Verkauf von der Fa. Aurelis an Schreyer und Schilling oder nach dem Verkauf, als es um eine neue Veranstaltungshalle auf dem Gelände gehen sollte.

    Jedenfalls ist die Drohung von Pistorius gegenüber Schreyer erst zu einem Zeitpunkt gewesen, als dieser schon Miteigentümer war, als der Ankauf des Geländes verpasst worden war.

    Wer jetzt Griesert so über den grünen Klee lobt, sollte auch bedenken, dass er es war, der Herrn Heede auf die Idee brachte, den Ringlockschuppen zu kaufen, um dort Parkplätze für sein Hotel zu bauen, das eigentlich für den Parkplatznachweis zu weit weg liegt. Dieses Gelände mit Autos vollzustellen, entspricht nicht meiner Vorstellung von einer Nutzung dieses zentralen Geländes.

    Ich werde Griesert bei nächster Gelegenheit auffordern, sich eindeutig zu äußern und Belege für seine Behauptung vorzulegen. Denn die Entscheidung, das Gelände nicht zu kaufen und nicht einmal rechtzeitig ein Vorkaufsrecht zu beschließen, kommt die Stadt Osnabrück, also uns allen, jetzt teuer zu stehen.

    Thomas Klein

    • Werter Herr Klein!

      Danke, dass Sie als OB-Kandidat Ihre Meinung zu dem Vorgang kund tun. Alles in allem muss ich jedoch zwei Dinge klarstellen: zum einen lobe ich Herrn Griesert in keinster Weise „in den Klee“, sondern positioniere mich selbst, in dem ich mich entschuldige für all die Vorwürfe, die ich ihm gemacht habe.
      Prinzipiell gefällt mir Ihre Argumentation sehr, jedoch haben Sie sich für mich mit einer Bemerkung ins moralische Aus geschossen: „Jedenfalls ist die Drohung von Pistorius gegenüber Schreyer erst zu einem Zeitpunkt gewesen, als dieser schon Miteigentümer war, als der Ankauf des Geländes verpasst worden war.“
      Herr Klein, Sie wissen, dass Sie mir sehr sympathisch sind. Dass Sie als Jurist aber tatsächlich finden, dass es in einer funktionierenden Demokratie überhaupt zu Drohungen kommen darf – egal zu welchem Zeitpunkt – schockiert mich ein wenig.
      Sollte ich Ihre Worte falsch verstanden haben, bitte ich das zu verzeihen und zu korrigieren. Sollte ich allerdings richtig liegen, zweifle ich an der Definition von Rechtsverständnis.

  10. Hallo Herr Klein,

    im Rückblick ist man immer klüger, aber dennoch stelle ich mal die Frage:
    wäre es nicht besser gewesen 2011 (ob mit oder ohne Drohkulisse) für 7 Mio. den GESAMTEN Güterbahnhof (22 Hektar!) von Schreyer & Co zu kaufen und ihnen den Marktpreis(!) zu gönnen – statt diese offenbar zu bedrohen bevor man schließlich die Verhandlung abgebrochen hat?

    Nun hat das (zwischenzeitlich um Herrn Pistorius erleichterte) Rathaus die städtischen Kassen in einer Nacht- und Nebelaktion um 2,1 Mio geplündert um von Herrn Gervelmeyer und seinem Schattenmann gerade mal ein Zehntel der Fläche zu kaufen.
    Nicht eingerechnet die Altlastenrisiken und Sanierungskosten für das denkmalgeschützte Gebäude des Ringlokschuppens. Fragen sie mal die Osnabrücker Eisenbahnfreunde, was dort bis in die 70er Jahre alles passiert ist?
    Das dortige Bahnbetriebswerk hatte Öl-Dampfloks, die mit einer teerartigen Substanz beschickt wurden, und zusätzlich waren dort Akkutriebwagen vom Typ ETA 515 stationiert… Blei-Akkus, die bei Überladung mal gerne Säure überkochten… viel Spass bei der Sanierung der absolut dreckigsten Ecke des gesamten Areals!

    Und das alles, obwohl Herr Heede/Alando ja eben nicht nur einen Parkplatz nachweisen wollte, sondern die Halle auch für Kulturveranstaltungen freigeben wollte und dies ebenso vertraglich garantieren wollte wie die Klärung der Flächen für den Osteingang des Hbf.

    Sorry, aber Herr Pistorius und mit ihm die ganze SPD (und leider auch die Grünen als Koalitionspartner) haben rund um den Güterbahnhof in fortgesetzter Weise gegen die Interessen der Bürger der Stadt gehandelt!
    Angefangen mit dem verpatzten Kauf von der Aurelius zum Taschengeldpreis (da hat wohl jemand sehr sehr tief geschlafen bei dieser „Chefsache“) bis hin zur Basta-Absage gegenüber Schreyer & Co. – zu der Daniela nun die unappetitlichen Hintergründe geliefert hat!

    Am vorläufigen Ende steht nun der super-teure Kauf einer Kleinparzelle mit dem Altlasten-Risiko des Ringlokschuppens, durch den man sehr sehr „seltsamen Vögeln“ (aus dem Garten des alttestamentarischen Herrn) die Spekulation vermutlich zu weiten Teilen refinanziert hat!

    Ich schätze mal, die Hälfte dessen, was Gervelmeyer & Co. den vorherigen Eigentümern (Schreyer & Partner) für den Erwerb der Eigentümer-GmbH gezahlt haben, ist nun aus der klammen Stadtkasse bezahlt worden.
    Gervelmeyer & Co (aka Zion GmbH) sind damit die allermeisten Altlasten-Risiken los und haben weiterhin knapp 20 Hektar Fläche zu Spekulationszwecken zur Verfügung!

  11. Thomas Klein sagt:

    Ich weiß nicht, worauf sich die Annahme stützen könnte, ich hätte eine Bedrohung, juristisch korrekt wohl eine versuchte Nötigung durch den früheren OB Pistorius gut geheißen oder sie hingenommen ? Ich finde diese Behauptung von Herrn Schreyer ungeheuerlich, kann sie aber nicht als Tatsache ansehen, solange sich Boris Pistorius dazu nicht äußern konnte.

    Dass Wolfgang Griesert – nicht von Ihnen Daniela – so gelobt wird, finde ich erstaunlich. Denn er ist nach eigenen Angaben untätig geblieben, obwohl er hätte handeln müssen, denn dafür ist er jeden Monat von uns sehr gut bezahlt worden. Selbst wenn seine durch nichts belegte Behauptung, ihm sei der Ankauf der Flächen verboten worden, stimmen würde, erklärt das immer noch nicht das fehlende Vorkaufsrecht vor einem Verkauf von Aurelis an Dritte.

    Da ich lieber persönlich diskutiere und nicht vom Computer aus, lade ich alle Interessierten herzlich dazu ein, die Veranstaltungen zum OB-Wahlkampf zu besuchen und mitzureden. Die vielfältigen Termine sind auf meiner homepage http://www.ob-klein nachzulesen. Ich steige daher aus diesem blog jetzt aus.

    Thomas Klein

    • Herr Klein,
      unsere Einladung zu der Veranstaltung am 15.9. geht heute an alle OB-Kandidaten, inklusive Ihnen, heraus. Kalla kommt und spricht, Herr Griesert kommt sicherlich, schätze und hoffe ich (ist aber unbestätigt, da noch keine offizielle Einladung das Haus verlassen hat und der Dienstweg bei Kalla und mir kürzer ist ;-)) und Sie sind natürlich ebenfalls herzlich eingeladen erstmals im großen Rahmen öffentlich Stellung zu beziehen.
      Es würde mich sehr freuen Sie persönlich kennen zu lernen! Dann bleibt auch wenig Spielraum für unnötige Spekulationen.

      Beste Grüße,
      Daniela Matijevic

  12. André sagt:

    Ey Danie was isn mit dir los? ich kenn dich jetze schon so viele jahre wir haben zusammen politik im stadtschülerrat gemacht und hier lese ich das du einen cdu kandidaten um verzeihung bittest? ganz ehrlich die danie von früher hätte das nicht gemacht. griesert wär der erste der den homosexuellen in den rücken fallen würde. raff ich nich sorry. weil ich aber weiß das du ne total korekte type bist und nie einfach nur so wat sagst sondern akribisch recherchierst müssen wir uns unbedingt bald seheen damit du mir sagst was da war. bin hin und her gerissen. kann griesert nicht ausstehen aber wenn du sagst er hat keinen dreck am stecken kann ich nicht anders und muß das ernst nehmen. jedenfalls kann ich jetze nicht mehr die spd wählen und erst recht nich die grünen. kommentar von klein geht gar nich. schlag dir nen deal vor – überzeugste mich wähl ich griesert.

    • Hey Andre! Das ist ja schön von dir zu hören!
      Noch einmal kurz und knackig: ich betreibe hier weder Wahlhilfe, noch möchte ich irgend wen beeinflussen. Ich bin meinem Gewissen verpflichtet und muss mich für all die Vorwürfe, die ich Griesert gemacht habe, einfach entschuldigen, da sie nicht der Wahrheit entsprechen.
      Ja, es ist richtig, dass er für mich der falschen Partei angehört, aber ja, es ist auch richtig, dass ich ihn extrem sympathisch und glaubhaft finde. Er ist der Einzige, den ich für meinen Teil im OB-Büro sehen will.
      Du weißt, ich bin und war nie ein Lobbyist. Ich bin auch ganz sicher die Erste, die offen Kritik übt, wenn im Rathaus was schief laufen sollte. Aber wir sind es den Osnabrückern und vor allem unserer Loyalität schuldig eingestehen zu können, dass man falsch lag. Wenn die Wahrheit lediglich daran scheitert, dass jemand einem falschen Verein angehört, dann möchte ich nicht mehr Teil dieser „Demokratie“ sein.
      Ich sehe lieber einen kompetenten Mann mit rückschrittlicher Partei, als eine/n Kandidaten mit richtiger Parteibuchfarbe und Marionettencharakter.
      Sehr gerne aber erzähl ich dir auch mal, wie es tatsächlich um den Verkauf am GB gelaufen ist. Du wirst erstaunt sein.
      Liebe Grüße,
      Dani

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